x8-Steckbrief

E-Mail-Marketing-Software mit langem Atem: bis zu 1.000 € im Monat mit Newsletter-Abos für Creator und kleine Firmen

bis 1.000 € Umsatz im Monat nach einem Jahr Eab 500 € Startkapital3 bis 6 Monate bis zum ersten Euro11 bis 20 Std. pro Woche2 Jahre bis Kit 2.000 US$ im Monat

Buchstaben hinter Zahlen zeigen die Herkunft: A amtlich · S Selbstauskunft · E meine Einschätzung. Alle Kennzeichen erklärt.

Lesezeit 12 MinutenVon Simon Hubert, Gründer von x8Stand

Dienstagabend, kurz nach elf, an einem Küchentisch in einer Kleinstadt: Eine Entwicklerin sieht im Zahlungsdienst genau so viele Kunden wie im Vormonat. Der Laptop bleibt trotzdem offen.

Bei diesem Geschäftsmodell baust du eine Software, mit der Creator und kleine Firmen Newsletter verschicken, und vermietest sie als SaaS, also als Software im Browser gegen Monatsgebühr. Im deutschsprachigen Markt zahlen Kunden für kleine Listen oft nur 7 bis 20 Euro im Monat. S

Der Widerspruch steckt in einer Zahl: ConvertKit, heute Kit, brauchte zwei Jahre bis 2.000 US-Dollar MRR, also monatlich wiederkehrendem Umsatz. S Heute werden rund 38 Millionen US-Dollar im Jahr gemeldet. T Was du nach einem Jahr realistisch verdienst und warum Geduld hier das Kapital ist, liest du hier.

Kurz gesagt: Bei dem Geschäftsmodell E-Mail-Marketing-Software mit langem Atem entwickelst du eine Newsletter-Software für eine klar umrissene Zielgruppe und verkaufst sie im Monatsabo. Verdienen kannst du erst mit vielen treuen Kunden, deshalb zählt hier Ausdauer über Jahre mehr als ein schneller Start.

Was ist eine E-Mail-Marketing-Software und wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Eine E-Mail-Marketing-Software ist ein Programm im Browser, mit dem Menschen Adressen sammeln, Newsletter gestalten und an ihre Liste verschicken. Bezahlt wird sie meist monatlich, der Preis steigt mit der Zahl der Kontakte.

Deine Kunden sind Creator, also Menschen, die Videos, Podcasts oder Blogartikel veröffentlichen, dazu Kursanbieter, Vereine und kleine Firmen. Du lieferst Formulare, Editor, Automationen und saubere Zustellung; ein Versanddienst liefert im Hintergrund die Mails aus. Den Unterschied zu großen Anbietern macht die Nische, etwa eine Software nur für Sportvereine.

Ablauf: Eine neue Anmeldung kommt über ein Formular bei der Software an. Die Software prüft die Einwilligung per Double-Opt-in, sortiert den Kontakt und startet Automationen. Ausgänge: der Newsletter wird zugestellt, eine Begrüßungsserie läuft automatisch, und Fragen landen beim Kundensupport, also bei dir. So arbeitet die Software ✉️ 📝 neue Anmeldung im Formular Deine Software Double-Opt-in Nischen-Vorlagen Automationen (dein Teil) Newsletter zugestellt Begrüßungsserie läuft Support durch dich Den Versand liefert ein Dienst, die Nische lieferst du.
Du verkaufst keine Mails, sondern eine Liste, die für deine Kunden arbeitet.

Welchen Umsatz kannst du mit einer E-Mail-Marketing-Software realistisch erreichen?

Pro Kunde bleiben dir bei 25 Euro Abopreis im Monat rund 22 Euro nach Versand und Zahlungsgebühren. E Der wichtigste Hebel ist die Zeit, denn jeder treue Kunde zahlt jeden Monat erneut.

Als realistisches Ziel nach dem ersten Jahr rechne ich mit unter 1.000 Euro Umsatz im Monat im Jahresschnitt. E Einen belegten Fall mit mehr Umsatz nach nur einem Jahr habe ich nicht gefunden. So günstig steigt die Konkurrenz ein:

Preisskala pro Monat: Brevo ab 7 Euro für 500 Kontakte (brevo.com, Preisstand 27.05.2025), rapidmail 19 Euro für 1.000 Empfänger (emailtooltester, Stand 30.03.2026), CleverReach 20 Euro für 1.000 Empfänger (emailtooltester, Stand 13.06.2025), Kit 39 US-Dollar für 1.000 Abonnenten (Email Vendor Selection, 09.08.2026). Preise pro Monat für kleine Listen 0 € 11 € 22 € 34 € 45 € Brevo7 € · 500 Kontakte rapidmail19 € · 1.000 Empfänger CleverReach20 € · 1.000 Empfänger Kit39 US$ · für Creator Dein Platz: Nische mit Mehrwert Quellen: Brevo, emailtooltester, Email Vendor Selection
Links der Preiskampf, rechts die Spezialisten für Creator. Dein Platz ist rechts.

Wie lang der Weg ist, zeigt Kit: Gründer Nathan Barry brauchte zwei Jahre bis 2.000 US-Dollar im Monat, im Jahr darauf waren es 100.000 US-Dollar (eBiz Facts, 21.07.2024). S Bei 25 Euro Abopreis brauchst du für 2.000 Euro im Monat rund 80 zahlende Kunden. E

Eigene Berechnung von Simon Hubert: 40 Kunden zahlen je 25 Euro, zusammen 1.000 Euro Umsatz im Monat. Versand: 320.000 Mails bei Amazon SES zu 0,10 US-Dollar je 1.000 Mails sind 32 US-Dollar, dazu eine eigene Versandadresse für 24,95 US-Dollar und zwei Server bei Hetzner zu je 7,72 Euro, zusammen rund 75 Euro angesetzt. Zahlungsgebühren bei Stripe: 40 mal 1,5 Prozent plus 0,25 Euro sowie 0,7 Prozent für Abos, rund 32 Euro. Es bleiben etwa 890 Euro vor Steuern, Support und Werbung. Rechenweg pro Monat bei 40 Kunden 1.000 € Umsatz, 40 Kunden minus 75 € Versand, Server minus 32 € Zahlungsgebühren ≈ 890 € bleiben vor Steuern, Support Eigene Berechnung (Simon Hubert), Annahme 2.000 Kontakte und vier Mails je Kunde
Die Technik ist billig. Teuer ist die Zeit, bis 40 Kunden zahlen.

Das heißt für dich: Die Software ist schnell gebaut, die Kundenzahl wächst langsam.

Welche Fähigkeiten solltest du initial lernen, um erfolgreich eine E-Mail-Marketing-Software anbieten zu können?

Am wichtigsten sind Sichtbarkeit bei deiner Zielgruppe und solides Programmieren, beides über Jahre. Zustellbarkeit und Datenschutz lernst du in wenigen Wochen.

Balken = so wichtig ist die Fähigkeit für den Erfolgbraucht Erfahrungschnell lernbar
Inhalte und Sichtbarkeit bei Creatorn90 %
Artikel, Videos, Gespräche (KI entwirft Texte, Haltung kommt von dir). Lernzeit: Monate
Programmieren mit KI-Unterstützung80 %
Webanwendung, Datenbank, Abrechnung (KI schreibt viel Code, Fehlersuche bleibt bei dir). Lernzeit: Monate
Zustellbarkeit70 %
Echtheitsstempel für Absender wie SPF und DKIM (KI erklärt die Einträge). Lernzeit: wenige Wochen
Kundensupport und Umzüge70 %
Listen umziehen, Fragen beantworten (KI beantwortet Standardfragen). Lernzeit: wenige Wochen
Datenschutz und Werberecht60 %
Double-Opt-in, Auftragsverarbeitung (Vorlagen schreibt die KI). Lernzeit: wenige Tage

Meine Einschätzung E: 100 % hieße, ohne diese Fähigkeit geht es nicht.

Welche Eckdaten hat eine E-Mail-Marketing-Software?

Datenbox
Klasse und ModelltypK2 Digitales Produkt · Software, Tools und KI-Agenten
ThemenfeldMarketing, Vertrieb und Sichtbarkeit
Startkapital500 bis 5.000 Euro, vor allem für Server, Tests und Rücklagen E
Zeit bis zum ersten Euro3 bis 6 Monate bis zum ersten zahlenden Kunden, ein spürbarer Gewinn oft erst nach Jahren E
Wochenstunden11 bis 20 über mindestens zwei Jahre E
Zulassungshürdefrei; Gewerbe und Datenschutzpflichten, siehe Abschnitt Recht
Reichweite nötig4 von 5: Sichtbarkeit in der Zielgruppe
Passiv-Grad3 von 5: Support und Zustellung bleiben
Umsatzklasseunter 1.000 Euro im Monat nach einem Jahr E
Wettbewerbhoch
KI-Hebel3 von 5
Sinn-Faktor2 von 5
Passt zu den GründertypenVisionärer Architekt
Wirtschaftszweig (WZ 2025)58.29 Verlegen von sonstiger Software (eigene Software, auch im Abo). E WZ 2025 ist die amtliche Klassifikation der Wirtschaftszweige (Destatis), nach der dein Gewerbe eingeordnet wird.

Datenlücke: Wie viele E-Mail-Marketing-Anbieter es im deutschsprachigen Raum gibt und wie sich ihre Umsätze verteilen, habe ich nicht gefunden. Aktuelle KlickTipp-Preise mit klarem Datum habe ich ebenfalls nicht gefunden.

Was kostet der Start und wie viel Zeit brauchst du?

Der Start kostet meist 500 bis 5.000 Euro, denn Server und Versand kosten anfangs nur wenige Euro im Monat; der Rest ist Rücklage. E Am besten rechnet man mit 11 bis 20 Wochenstunden über mindestens zwei Jahre.

BausteinWas es kostet
Cloud-Server bei Hetznerab 7,72 Euro im Monat inklusive Steuer (hetzner.com, gelesen am 22.10.2026) S
Versand über Amazon SES0,10 US-Dollar je 1.000 Mails, eigene Versandadresse 24,95 US-Dollar im Monat (aws.amazon.com, gelesen am 22.10.2026) S
Abo-Zahlungen über Stripe1,5 Prozent plus 0,25 Euro je Kartenzahlung, dazu 0,7 Prozent für die Abo-Verwaltung (stripe.com, gelesen am 22.10.2026) S

Wie startest du eine E-Mail-Marketing-Software Schritt für Schritt?

Du startest mit einer Zielgruppe, die du gut kennst, und baust nur, was ihr bei den Großen fehlt. Der erste Schritt: Frag zehn Menschen aus dieser Gruppe, was sie an ihrem Newsletter-Tool nervt.

  1. Zielgruppe wählen. Etwa Podcasterinnen, Sportvereine oder Kursanbieter.
  2. Lücke prüfen. Welche Funktion fehlt bei Brevo, CleverReach oder Kit?
  3. Kleine erste Version bauen. Formular, Editor, Versand und Abmeldung, mehr nicht.
  4. Rechtliches vorbereiten. Die vier Punkte aus dem Abschnitt Recht: Double-Opt-in, Nachweis der Einwilligung, Auftragsverarbeitung, Abmeldelink und Gewerbe.
  5. Pilotkunden begleiten. Zehn Nutzer bekommen einen Vorzugspreis und direkten Draht zu dir.
  6. Tägliche Aufgabe festlegen. Jeden Tag ein Artikel, ein Gespräch oder eine Verbesserung, egal wie der Umsatz aussieht.

Wie findest du die ersten Kunden für deine E-Mail-Marketing-Software?

Am schnellsten über die Szene deiner Zielgruppe, in der du selbst sichtbar bist. Creator kaufen kein Werkzeug, sondern das Ende eines Ärgernisses (Stichwort: Pain Fokus), etwa steigende Preise bei wachsender Liste.

Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2025 54 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten kostenpflichtige Cloud-Dienste; bei kleinen Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten waren es 51 Prozent. E-Mail ist mit 76 Prozent die häufigste Anwendung. Quelle: Destatis, Mitteilung vom 24.11.2025. 54 % der Firmen ab zehn Beschäftigten zahlen für Cloud-Dienste. Kleine Firmen: 51 %. Häufigste Anwendung: E-Mail. Destatis, 24.11.2025
Software zur Miete ist in Firmen Alltag. Du musst nicht erklären, was ein Abo ist.

Die Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt (Destatis, 24.11.2025). A Gute Kanäle sind Foren deiner Zielgruppe, eigene Anleitungen, Podcast-Gastauftritte und kostenlose Umzüge von anderen Anbietern. Nathan Barry setzte bei Kit auf Wissen teilen statt Werbung.

Welche Tools und KI-Werkzeuge helfen bei einer E-Mail-Marketing-Software?

Unverzichtbar ist ein zuverlässiger Versanddienst, denn eigene Mailserver landen schnell im Spam. Ziel ist es, dich auf Oberfläche, Nischenfunktionen und Support zu beschränken.

Versanddienstetwa Amazon SES, der die Mails ausliefert
Serveretwa bei Hetzner mit Standort in Deutschland
ZahlungenAbo-Abrechnung über Stripe
KI-AssistentClaude oder ChatGPT für Code, Texte und Support-Antworten

Welche Risiken hat eine E-Mail-Marketing-Software?

Das größte Risiko: Dir geht die Ausdauer oder das Geld aus, bevor genug Kunden zahlen. Dagegen helfen niedrige Fixkosten und ein Start neben dem Beruf.

Kapitalstarke Konkurrenz

Brevo sammelte im Dezember 2025 500 Millionen Euro ein und meldet über 600.000 Kunden (Brevo, 04.12.2025). S
Gegenmittel: eine Nische, die für Brevo zu klein ist.

Gratis-Tarife

Kit ist bis 10.000 Abonnenten kostenlos (Email Vendor Selection, 09.08.2026) S, Brevo erlaubt 300 Mails am Tag gratis. S
Gegenmittel: Funktionen, für die deine Nische gern bezahlt.

Spam durch Kunden

Werbemails ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung sind eine unzumutbare Belästigung (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). A Eine gekaufte Liste kann deine Versandadressen beschädigen. E
Gegenmittel: Double-Opt-in fest einbauen und neue Konten prüfen.

Langer Atem

Kit brauchte zwei Jahre bis 2.000 US-Dollar im Monat (eBiz Facts, 21.07.2024). S
Gegenmittel: nebenberuflich starten und tägliche Aufgaben statt Umsatzziele setzen.
Ergebnisstreuung5 von 5: wie weit Erfolg und Misserfolg auseinanderliegen; hier von null bis zweistellige Millionen im Jahr E
Regulatorik3 von 5
Inhaberabhängigkeit4 von 5, Produkt und Support hängen an dir
Wiederkehrender Umsatzüber 90 Prozent über Monats- und Jahresabos E
KI-Exposition0, KI hilft dir beim Bauen, aber genauso der Konkurrenz
Kanalabhängigkeit2 von 4

Fortbestand: Von Gründungen mit Startkapital bis zu 5.000 Euro sind nach fünf Jahren 54 Prozent aktiv (KfW-Gründungsmonitor 2025). S 2025 gab es 69 Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen (Destatis, 13.03.2026). A

Praxisbeispiel: Wie Nathan Barry ConvertKit von 1.300 auf 597.000 Dollar im Monat brachte

Bei Indie Hackers erzählt Nathan Barry, wie er ConvertKit (heute Kit) aufgebaut hat, eine E-Mail-Marketing-Software für Blogger, Podcaster und Autoren. Anfang 2017 lag der monatlich wiederkehrende Umsatz bei rund 597.000 Dollar, mit 25 Mitarbeitenden und ohne Investoren. S Inzwischen setzt die Firma laut ihrer öffentlichen Kennzahlenseite rund 38 Millionen Dollar im Jahr um. S

So kam er auf die Geschäftsidee
Barry war Webdesigner und hatte mit eigenen E-Books zum App-Design gut verdient: Das erste brachte zum Start vor 798 Abonnenten über 12.000 Dollar in 24 Stunden. S Dabei merkte er, dass Blogger Funktionen wie Schlagwörter und automatische Mail-Folgen brauchen, die MailChimp nur umständlich bot. Sein Leitsatz: so leistungsfähig wie Infusionsoft, aber einfacher als MailChimp.
So fing es an
2013 startete er die Software als öffentliche Herausforderung mit dem Ziel, in sechs Monaten 5.000 Dollar Monatsumsatz zu erreichen. Das Startbudget war auf 5.000 Dollar begrenzt und kam großteils aus Vorbestellungen; die Programmierung übernahm ein freier Entwickler, Barry machte Design und Oberfläche. Nach sechs Monaten standen rund 2.000 Dollar im Monat. S
So gewinnt er Kunden
Die ersten rund 50 Kunden kamen über Blogbeiträge zu seiner Herausforderung. Danach schrieb er Blogger direkt per E-Mail an und zeigte die Software per Skype. Weil der Wechsel des Anbieters der größte Einwand war, bot er einen kostenlosen Umzug der Listen an, den später Hunderte nutzten. Ab etwa 20.000 Dollar Monatsumsatz kamen ein Partnerprogramm mit 30 Prozent wiederkehrender Provision und gemeinsame Webinare mit Partnern dazu.
Seine größte Hürde
Danach ging es fast zwei Jahre nicht voran: Der Monatsumsatz sank zeitweise auf etwa 1.300 Dollar, und Barry arbeitete nur noch nebenbei daran. S Der Investor Hiten Shah riet ihm sinngemäß, es ganz zu machen oder gar nicht. Im Oktober 2014 entschied er sich für ganz, stellte einen festen Entwickler ein, steckte seine letzten 50.000 Dollar hinein und gab sein anderes Geschäft auf.
Diese Werkzeuge nutzt er
Die Software läuft auf Ruby on Rails. Die Infrastruktur hielt dem schnellen Wachstum zeitweise nicht stand; rückblickend hätte er sie früher ausbauen sollen.
Seine Preise
Ein reines Abo, der Preis richtet sich nur nach der Zahl der Abonnenten: 29 Dollar im Monat für 1.000, 599 Dollar für 100.000 Abonnenten, mit allen Funktionen in jedem Tarif. Im Schnitt zahlte ein Kunde 48 Dollar im Monat. S
So schnell ist er gewachsen
Nach der Entscheidung ging es steil: von rund 1.500 Dollar im Oktober 2014 auf etwa 5.000 Dollar im März 2015, rund 98.000 Dollar im Dezember 2015 und über 590.000 Dollar im Februar 2017. S Die Gewinnmarge lag nach seiner Angabe bei 25 bis 30 Prozent. S
Sein Rat
Sich auf eine Sache konzentrieren statt mehrere Geschäfte gleichzeitig zu führen, früh selbst verkaufen, weil Absagen das wertvollste Feedback liefern, und damit rechnen, dass Zugkraft viel länger dauert als gedacht. Laut eBiz Facts beschreibt er sich als ungeduldig beim Handeln und geduldig bei den Ergebnissen.
Was du daraus mitnimmst
Wer in Deutschland eine Newsletter-Software für eine enge Zielgruppe baut, sollte zwei zähe Jahre einplanen und früh selbst verkaufen, etwa mit einem kostenlosen Umzug von bestehenden Anbietern. E Die Zahlen sind Selbstauskünfte und nicht unabhängig geprüft.

Quellen: Indie Hackers: The Story of ConvertKit, Interview mit Nathan Barry, ohne Datum (Stand etwa März 2017), gelesen am 30.10.2026. indiehackers.com; eBiz Facts: Nathan Barry, ConvertKit, Geduld, Ausgabe 331 vom 21.11.2023, aktualisiert am 21.07.2024, gelesen am 30.10.2026. ebizfacts.com

Welche Beispiele für eine E-Mail-Marketing-Software gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Das stärkste Beispiel ist CleverReach aus Rastede in Niedersachsen: 2007 gegründet, nach eigener Angabe heute mit mehr als 300.000 Kunden in 170 Ländern (Lexware Partnerseite, gelesen am 22.10.2026). S So sieht langer Atem in diesem Markt aus.

Weitere Vorbilder:

  • rapidmail aus Freiburg, 2008 gegründet, mit rund 15.000 Firmenkunden und Servern nur in Deutschland (trend.at, 16.08.2022). S
  • Newsletter2Go aus Berlin hatte gut 185.000 registrierte Nutzer und schloss sich 2019 mit Sendinblue zusammen, dem heutigen Brevo (onlinemarketing.de, 31.01.2019). S
  • Omnisend aus Litauen kam 2020 auf rund 9 Millionen US-Dollar ARR, also jährlich wiederkehrenden Umsatz, und 2024 auf 50 Millionen, ohne Investorengeld (Starter Story, gelesen am 22.10.2026). S
  • Flodesk aus den USA wuchs laut BoringCashCow in vier Jahren von null auf 27 Millionen US-Dollar im Jahr (abgerufen 22.10.2026). M

Was musst du rechtlich bei einer E-Mail-Marketing-Software beachten?

Die Werbung verschicken deine Kunden, aber deine Software muss richtiges Verhalten leicht machen. Das Wichtigste: ohne bestätigte Einwilligung keine Werbemail.

  • Double-Opt-in einbauen: Neue Abonnenten bestätigen ihre Anmeldung mit einem Klick in einer Mail ohne Werbung.
  • Einwilligung speichern: Zeitpunkt und Bestätigung jeder Anmeldung werden protokolliert, damit deine Kunden sie nachweisen können.
  • Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit jedem Kunden, denn du speicherst seine Kontaktlisten.
  • Abmeldelink in jeder Mail und ein angemeldetes Gewerbe für dich selbst.
Die Details mit Paragrafen und Fristen

Einwilligung: Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist eine unzumutbare Belästigung (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, UWG). A Ausnahme für Bestandskunden: Adresse aus einem Verkauf, Werbung für ähnliche eigene Angebote, kein Widerspruch und Hinweis auf das Widerspruchsrecht in jeder Mail (§ 7 Abs. 3 UWG). A

Nachweis: Rechtsgrundlage ist die Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO); der Absender muss sie nachweisen können (Art. 7 Abs. 1 DSGVO). A Dafür dient das Double-Opt-in, die Bestätigungsmail bleibt werbefrei (Dr. Datenschutz, 25.06.2024). S

Auftragsverarbeitung: Du verarbeitest die Kontaktdaten im Auftrag deiner Kunden, dafür ist ein Vertrag mit festgelegtem Inhalt Pflicht (Art. 28 Abs. 3 DSGVO). A

Gewerbe: Wer Software-Abos verkauft, meldet in Deutschland in der Regel ein Gewerbe an (§ 14 Gewerbeordnung). A

Österreich und Schweiz: In Österreich regelt § 174 TKG 2021 die E-Mail-Werbung mit Einwilligungspflicht (WKO) A, in der Schweiz Art. 3 Abs. 1 lit. o UWG mit ähnlicher Ausnahme für Kunden (WEKA, 30.09.2026). A

Keine Rechtsberatung: Lass Verträge und Pflichten einmal fachlich prüfen.

Für wen passt eine E-Mail-Marketing-Software und für wen nicht?

Es passt zu Menschen, die über Jahre an einem Produkt feilen und dabei sichtbar sind, etwa zum visionären Architekten oder zum wortgewandten Autor. Gut geht es neben einem Beruf, der die ersten Jahre trägt.

Lass es, wenn

  • du in zwölf Monaten von diesem Geschäftsmodell leben musst,
  • du nicht bereit bist, Inhalte für deine Zielgruppe zu schreiben oder zu sprechen,
  • du Datenschutz und Spam-Regeln als lästige Nebensache siehst.

Welche Fragen stellen Menschen am häufigsten zur E-Mail-Marketing-Software?

Gibt es kostenlose Newsletter-Software?

Ja, mit Grenzen: CleverReach Lite erlaubt 250 Empfänger (emailtooltester, 13.06.2025) S, Brevo 300 Mails am Tag S, Kit bis 10.000 Abonnenten. S

Darf ich Kunden ohne Einwilligung einen Newsletter schicken?

Nur unter den vier Bedingungen aus § 7 Abs. 3 UWG, etwa wenn die Adresse aus einem Kauf stammt. A Sonst brauchst du die Einwilligung.

Wie lange dauert es, bis sich eine eigene E-Mail-Software trägt?

Oft mehrere Jahre. Bei kleinem Budget rechne ich mit zwei bis drei Jahren bis zu einem Einkommen, von dem man leben kann. E

Diese Geschäftsidee auf meine Situation anpassen →So machst du aus diesem Steckbrief in vier Schritten deine eigene Variante.

Welche Geschäftsideen ähneln der E-Mail-Marketing-Software?

Simon Hubert, Gründer von x8
Über den Autor

Simon Hubert

Gründer von x8, Agenturgründer seit 2011

Simon Hubert hat 2011 seine erste Digitalagentur gegründet und betreut seitdem Websites, Sichtbarkeit und Abläufe für kleine und mittlere Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er hält einen Master in Business Informatics der Universität Mannheim und ist seit über 20 Jahren in Digitalisierung und IT unterwegs, mehrere Jahre davon in Großkonzernen. Mit x8 prüft er Geschäftsideen so, wie er es für sich selbst tun würde: mit belastbaren Zahlen, nachvollziehbaren Quellen und einer Rechnung, die du Schritt für Schritt selbst nachprüfen kannst.

Woher stammen die Zahlen auf dieser Seite?

Jede Zahl trägt ein Kennzeichen. Fährst du mit der Maus darüber, steht die Herkunft im Klartext. Was ich selbst gerechnet oder eingeschätzt habe, ist immer mit E markiert und im Text begründet.

A amtlich: Destatis, KfW-Register, Gesetzestexte, Gerichtsentscheidungen T Transaktionsdaten: Verkaufsplattformen wie Flippa, Empire Flippers oder Acquire.com, Zahlungsanbieter wie Stripe oder Steady S Selbstauskunft oder Befragung: Angaben von Anbietern, Interviews, Presse über Finanzierungen, KfW- und DIHK-Befragungen M Schätzung Dritter: Modellrechnungen und Prognosen von Instituten, etwa das IfM Bonn zur Nachfolge D Messung Dritter: Werkzeuge wie Ahrefs, Similarweb oder Profound E eigene Berechnung oder Einschätzung von Simon Hubert, Rechenweg und Annahmen stehen im Text
Quellen und Prüfstand: alle Angaben geprüft am 22. Oktober 2026
  1. eBiz Facts: Nathan Barry, 38 Million, ConvertKit, Patience, aktualisiert 21.07.2024, gelesen am 22.10.2026. ebizfacts.com
  2. eBiz Insider: Ausgaben 331 (21.11.2023) und 401 (23.07.2024), Nathan Barry, ConvertKit.
  3. Starter Story: Omnisend Revenue, gelesen am 22.10.2026. starterstory.com
  4. BoringCashCow: Flodesk, abgerufen 22.10.2026. boringcashcow.com
  5. emailtooltester: CleverReach Preise, Stand 13.06.2025, gelesen am 22.10.2026. emailtooltester.com
  6. emailtooltester: Rapidmail Kosten, Stand 30.03.2026, gelesen am 22.10.2026. emailtooltester.com
  7. Brevo: Brevo vs. rapidmail, Preisstand 27.05.2025, gelesen am 22.10.2026. brevo.com
  8. Email Vendor Selection: Kit Pricing 2026, aktualisiert 09.08.2026, gelesen am 22.10.2026. emailvendorselection.com
  9. Brevo: Pressemitteilung zur Finanzierungsrunde über 500 Millionen Euro, 04.12.2025, gelesen am 22.10.2026. brevo.com
  10. Lexware: Partnerseite CleverReach, gelesen am 22.10.2026. lexware.de
  11. trend.at: DSGVO-konformes Newsletter-Marketing mit Rapidmail, 16.08.2022, gelesen am 22.10.2026. trend.at
  12. onlinemarketing.de: Newsletter2Go fusioniert mit Sendinblue, 31.01.2019, gelesen am 22.10.2026. onlinemarketing.de
  13. Destatis über Presseportal: Jedes zweite Unternehmen nutzt kostenpflichtige Cloud-Services, 24.11.2025, gelesen am 22.10.2026. presseportal.de
  14. Amazon Web Services: Amazon SES Pricing, gelesen am 22.10.2026. aws.amazon.com
  15. Hetzner: Cloud, gelesen am 22.10.2026. hetzner.com
  16. Stripe: Preise Deutschland, gelesen am 22.10.2026. stripe.com
  17. Gesetzestext: § 7 UWG, gelesen am 22.10.2026. gesetze-im-internet.de
  18. Gesetzestexte: Art. 6, 7 und 28 DSGVO, § 14 GewO. dsgvo-gesetz.de
  19. Dr. Datenschutz: Alles über das Double-Opt-in-Verfahren, 25.06.2024, gelesen am 22.10.2026. dr-datenschutz.de
  20. WKO: Zustimmungserklärung Newsletter nach TKG und DSGVO, gelesen am 22.10.2026. wko.at
  21. WEKA Schweiz: Datenschutz Newsletter, rechtssicheres E-Mail-Marketing in der Schweiz, 30.09.2026, gelesen am 22.10.2026. weka.ch
  22. KfW Research: KfW-Gründungsmonitor 2025, Juni 2025. kfw.de
  23. Destatis: Pressemitteilung Nr. 085, 13.03.2026. destatis.de
  24. Destatis: Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2025. destatis.de
  25. Indie Hackers: The Story of ConvertKit, Interview mit Nathan Barry, ohne Datum (Stand etwa März 2017), gelesen am 30.10.2026. indiehackers.com

Änderungsprotokoll: 22. Oktober 2026 Erstfassung.