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PrüfmethodeSo prüfe ich Geschäftsideen: Methode, Quellen und Kennzeichen
Eine Geschäftsidee ist nur so gut wie die Zahlen, auf denen sie steht. Deshalb erkläre ich hier offen, wie ich arbeite: woher die Ideen kommen, was ich zu jeder Idee festhalte und wie du erkennst, wie belastbar eine Angabe ist.
Kurz gesagt: Ich sammle Geschäftsideen aus dokumentierten Fällen, ordne sie nach Geschäftsmodell, halte zu jeder Idee dieselben Daten fest und kennzeichne jede Zahl nach ihrer Herkunft. Was ich selbst schätze, ist als meine Einschätzung markiert und im Text begründet.
Woher die Geschäftsideen kommen
Am Anfang steht eine Sammlung von über 570 Geschäftsideen aus veröffentlichten Gründerinterviews, Fallstudien, Datenbanken zu Nebenverdiensten und Unternehmensbörsen. Wie gut eine Idee belegt ist, halte ich als Beleglage fest: Gibt es dokumentierte Fälle, in denen Menschen damit tatsächlich Geld verdient haben, und wie verlässlich sind die Quellen? Ideen mit guter Beleglage zeige ich zuerst.
Danach sortiere ich: Doppelte Ideen führe ich zusammen, und was in Deutschland rechtlich nicht oder nur mit großem Aufwand geht, bekommt einen deutlichen Hinweis oder fliegt raus. Übrig bleiben derzeit über 500 Ideen, die ich für veröffentlichungsreif halte.
Wie ich jede Idee einordne
Jede Idee gehört zu genau einem von elf Modelltypen, und jeder Modelltyp zu einer von sieben Klassen. Die Klasse beantwortet die Frage, womit das Geld verdient wird: mit deiner Zeit, mit einem Produkt, mit Reichweite, mit Ware, mit Besitz oder mit etwas, das schon läuft. So kannst du Ideen vergleichen, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben. Die Übersicht findest du unter Geschäftsmodelle.
Die Datenbox: was ich zu jeder Idee festhalte
Jede Geschäftsidee bekommt dieselbe Datenbox. Damit kannst du zwei Ideen nebeneinanderlegen und siehst sofort, wo sie sich unterscheiden.
- Startkapital in festen Bändern: bis 500 Euro, 500 bis 5.000, 5.000 bis 50.000, 50.000 bis 250.000 und über 250.000 Euro. Die Bänder lehnen sich an die Kapitalgruppen an, die auch die KfW in ihrem Gründungsmonitor auswertet.
- Zeit bis zum ersten Euro und die Wochenstunden, die du realistisch einplanen solltest.
- Zulassungshürde: ob du nur ein Gewerbe anmeldest oder eine Erlaubnis, einen Meister oder eine Prüfung brauchst.
- Reichweite und Passiv-Grad: ob du erst ein Publikum brauchst und wie weit sich dein Einkommen von deiner Arbeitszeit löst.
- Umsatzklasse mit Beleg und Wettbewerb in der Nische.
- KI-Hebel: ob künstliche Intelligenz den Kern des Geschäfts bildet oder nur hilft.
- Kern-Skills und Gründertyp-Fit: was du können solltest und zu welchem der acht Gründertypen die Idee passt.
- Region, Wirtschaftszweig und Stand: wo die Idee funktioniert, wie sie amtlich eingeordnet wird und wann ich sie zuletzt geprüft habe.
Woher die Zahlen stammen: die sechs Kennzeichen
Nicht jede Zahl ist gleich viel wert. Eine Angabe des Statistischen Bundesamts ist etwas anderes als eine Umsatzzahl, die ein Gründer in einem Podcast nennt. Deshalb trägt jede Zahl auf x8 einen Buchstaben, der ihre Herkunft verrät. Fährst du mit der Maus darüber, steht sie im Klartext.
| Kennzeichen | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| A | Amtlich: Zahlen und Texte von Behörden, aus Registern, Gesetzen und Urteilen. | Statistisches Bundesamt, KfW-Register, Gesetzestexte |
| T | Transaktionsdaten: tatsächlich bezahlte Preise und Umsätze, die eine Plattform dokumentiert. | Verkaufsplattformen für Websites, Zahlungsanbieter |
| S | Selbstauskunft oder Befragung: Angaben, die Gründer oder Unternehmen über sich selbst machen. | Interviews, Pressemitteilungen, Umfragen von KfW und DIHK |
| M | Modellrechnung Dritter: Schätzungen und Prognosen von Instituten. | Hochrechnungen des IfM Bonn zur Nachfolge |
| D | Messung Dritter: Werte aus Analysewerkzeugen, die von außen gemessen werden. | Besucherzahlen und Sichtbarkeit aus SEO-Werkzeugen |
| E | Eigene Einschätzung: meine Berechnung oder Bewertung, mit Annahmen im Text. | Startkapital-Spannen, Rechenbeispiele |
Wie ich mit Umsatzzahlen umgehe
Umsatzzahlen aus Interviews sind die verlockendsten und zugleich die unsichersten Zahlen. Menschen, die erfolgreich sind, erzählen häufiger von ihrem Erfolg als Menschen, die aufgegeben haben. Deshalb behandle ich solche Zahlen als Hinweis darauf, was möglich ist, und nie als Durchschnitt.
Wo es geht, stelle ich eine Selbstauskunft neben eine zweite Quelle, etwa Transaktionsdaten oder eine amtliche Statistik zur Branche. Und ich zeige, wie weit die Ergebnisse in einem Modell auseinanderliegen. Eine Idee, bei der wenige Menschen sehr viel und die meisten fast nichts verdienen, ist eine andere Wette als eine, bei der die meisten ein solides Einkommen erreichen.
Was ich nicht tue
- Ich verkaufe keine Platzierungen. Kein Anbieter kann sich in eine Bewertung oder Rangliste einkaufen.
- Ich verspreche keine Einkommen. Jede Zahl ist ein Beleg aus der Vergangenheit, keine Prognose für dich.
- Ich ersetze keine Rechts- oder Steuerberatung. Wo Recht und Steuern im Einzelfall unterschiedlich ausfallen, steht ein Hinweis, was du klären solltest und bei wem.
Häufige Fragen zur Prüfmethode
Sind die Umsatzzahlen auf x8 garantiert?
Nein. Viele Umsatzzahlen stammen aus Interviews und sind Selbstauskünfte. Sie zeigen, was möglich war, nicht was du erreichen wirst. Deshalb steht bei jeder Zahl, woher sie kommt, und bei jeder Idee, woran sie scheitern kann.
Wie oft werden die Seiten aktualisiert?
Jede Seite trägt ein Prüfdatum und ein Änderungsprotokoll. Ändert sich ein Gesetz, eine Förderung oder eine wichtige Zahl, passe ich die betroffenen Seiten an und vermerke das im Protokoll.
Kann ich einen Fehler melden?
Ja, bitte sogar. Schreib mir an [email protected] mit dem Link zur Seite und der Stelle, die nicht stimmt. Berechtigte Korrekturen übernehme ich und nenne sie im Änderungsprotokoll.
