x8-Steckbrief

Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche: bis zu 5.000 € im Monat mit Abo und Provision

bis 5.000 € Umsatz im Monat nach einem Jahr Eab 500 € Startkapital3 bis 6 Monate bis zum ersten Euro11 bis 20 Std. pro Woche10 bis 15 % Provision je Auftrag

Buchstaben hinter Zahlen zeigen die Herkunft: A amtlich · S Selbstauskunft · E meine Einschätzung. Alle Kennzeichen erklärt.

Lesezeit 11 MinutenVon Simon Hubert, Gründer von x8Stand

Sonntagabend, kurz nach neun, in einem Pflegeheim am Stadtrand: Die Wohnbereichsleiterin hat zwei Krankmeldungen für den Frühdienst auf dem Tisch und telefoniert ihre Liste der Aushilfen ab. Bei der dritten Nummer geht wieder niemand ran.

Genau hier setzt dieses Geschäftsmodell an: Du betreibst eine Plattform, auf der Betriebe einer Branche passende Fachkräfte finden, und verdienst an Abo oder Provision. Bei freelancermap zahlen Unternehmen dafür 59 bis 89 Euro im Monat. S

Der Widerspruch: In Deutschland gelten 163 Berufe als Engpassberufe A, und trotzdem wirbt ein Berliner Startup, also ein junges Wachstumsunternehmen, mit Gebühren weit unter denen klassischer Agenturen. Warum die enge Nische gewinnt und wo das Recht harte Grenzen zieht, liest du hier.

Kurz gesagt: Bei dem Geschäftsmodell Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche baust du eine Online-Plattform, die Fachkräfte einer Branche mit Betrieben derselben Branche zusammenbringt, und verdienst an Abos, Provisionen oder Erfolgsgebühren, ohne selbst jemanden anzustellen.

Was ist ein Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche und wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Ein Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche ist eine Online-Plattform, auf der Betriebe einer Branche freie oder wechselwillige Fachkräfte genau dieser Branche finden. Der Betreiber verdient an Gebühren, nicht an der Arbeit selbst.

Anders als bei der Personalvermittlung und Zeitarbeit (Steckbrief 028) stellst du keine Menschen an und verleihst niemanden. Du baust den Treffpunkt: Profile, Suche und Matching, also das Zusammenführen passender Paare. Dein Vorteil gegenüber großen Jobbörsen ist die enge Nische, denn du kennst Qualifikationen und Fachbegriffe.

Ablauf: Ein Betrieb meldet Bedarf an, etwa eine offene Schicht oder ein Projekt. Die Plattform des Gründers filtert nach Qualifikation, Region und Verfügbarkeit und schlägt passende Fachkräfte vor. Ergebnis ist ein Einsatz mit Provision, ein Abo des Betriebs oder eine Festanstellung mit Erfolgsgebühr. So arbeitet der Marktplatz 🏥 🔧 Betrieb meldet Bedarf Dein Marktplatz Geprüfte Profile Branchenfilter Abrechnung (dein Teil) Einsatz mit Provision Abo des Betriebs Festanstellung Den Vertrag schließen Betrieb und Fachkraft, nicht du.
Du verkaufst keine Arbeitskraft, sondern den kürzesten Weg zur passenden Fachkraft.

Welchen Umsatz kannst du mit einem Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche realistisch erreichen?

Pro Betrieb verdienst du eine Monatsgebühr, in der IT-Branche etwa 59 bis 89 Euro S, oder eine Provision je Auftrag, bei Malt 10 bis 15 Prozent. S Der Hebel: Beide Seiten bleiben auf der Plattform.

Als realistisches Ziel nach dem ersten Jahr rechne ich mit 1.000 bis 5.000 Euro Umsatz im Monat. E Die Abo-Preise im Markt:

Preisskala pro Monat: freelancermap Premium für Freelancer 13,99 Euro, Business für Unternehmen 59 Euro, Enterprise 89 Euro (freelancermap.de, gelesen am 22.10.2026). Die österreichische Plattform betreuerinnen.at verlangt von Betreuerinnen 500 Euro im Jahr, umgerechnet rund 42 Euro im Monat (vienna.at, 25.01.2023; Umrechnung Simon Hubert). Abo-Preise pro Monat im Markt 0 € 25 € 50 € 75 € 100 € Fachkraft-Abo13,99 € · freelancermap betreuerinnen.at500 € im Jahr Business59 € · 10 Projekte Enterprise89 € · 200 Projekte Dein Platz: Abo für Betriebe Quellen: freelancermap, vienna.at; Umrechnung eigene
Links zahlt die Fachkraft, rechts der Betrieb. Das Geld sitzt meist rechts.

Wie gut sich eine Branchennische rechnen kann, zeigt Virtudesk aus den USA: Der Gründer, selbst Immobilienmakler, vermittelt virtuelle Assistenzen an Makler und nannte 2021 gut 500.000 US-Dollar Umsatz im Monat (Starter Story, 02.09.2021). S Ein Kunde kostete 50 bis 100 US-Dollar Werbung und brachte über die Laufzeit rund 700 US-Dollar S, also das Sieben- bis Vierzehnfache. E

Eigene Berechnung von Simon Hubert: 25 Betriebe zahlen je 79 Euro Abo, zusammen 1.975 Euro. Dazu 500 vermittelte Einsatzstunden zu 45 Euro mit 10 Prozent Provision, also 2.250 Euro. Umsatz 4.225 Euro. Software und Zahlungsabwicklung rund 600 Euro, Werbung und Akquise rund 800 Euro. Es bleiben etwa 2.800 Euro vor Steuern und Arbeitszeit. Rechenweg pro Monat, Nische mit 25 Betrieben 4.225 € Umsatz minus 600 € Software, Zahlung minus 800 € Werbung, Akquise ≈ 2.800 € bleiben vor Steuern, Arbeit Eigene Berechnung (Simon Hubert), Stundensatz 45 € angenommen
Die Provision trägt hier gut die Hälfte, das Abo macht den Umsatz planbar.

Das heißt für dich: Die Software ist billig, teuer sind die ersten hundert Profile auf beiden Seiten.

Welche Fähigkeiten solltest du initial lernen, um erfolgreich einen Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche betreiben zu können?

Am wichtigsten ist, dass du die Branche von innen kennst und auf beiden Seiten Menschen erreichst. Die Plattform baust du heute ohne Programmieren.

Balken = so wichtig ist die Fähigkeit für den Erfolgbraucht Erfahrungschnell lernbar
Branchenkenntnis und Netzwerk100 %
Abläufe und Kontakte (KI erklärt Fachbegriffe). Lernzeit: Jahre
Gemeinschaft der Fachkräfte pflegen80 %
Fachkräfte gewinnen und halten (KI schreibt Newsletter). Lernzeit: Monate
Vertrieb an Betriebe80 %
Betriebe vom Abo überzeugen (KI bereitet Gespräche vor). Lernzeit: Monate
Recht und Verträge60 %
Status, Überlassung, Plattformregeln (KI liefert Entwürfe). Lernzeit: wenige Wochen
Plattform ohne Code (das macht die KI)40 %
Baukasten einrichten (KI hilft bei Texten). Lernzeit: wenige Tage

Meine Einschätzung E: 100 % hieße, ohne diese Fähigkeit geht es nicht.

Welche Eckdaten hat ein Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche?

Datenbox
Klasse und ModelltypK2 Digitales Produkt · Software, Tools und KI-Agenten
Themenfeldoffen
Startkapital500 bis 5.000 Euro E
Zeit bis zum ersten Euro3 bis 6 Monate, mit eigenem Branchennetz schneller E
Wochenstunden11 bis 20 in der Aufbauphase E
Zulassungshürdefrei bei reiner Vermittlung; Erlaubnis bei Überlassung, siehe Abschnitt Recht
Reichweite nötig4 von 5: zwei Seiten gewinnen
Passiv-Grad3 von 5: Pflege der Gemeinschaft bleibt
Umsatzklasse1.000 bis 5.000 Euro im Monat nach einem Jahr E
Wettbewerbmittel
KI-Hebel3 von 5
Sinn-Faktor4 von 5
Passt zu den GründertypenCommunity-Katalysator
Wirtschaftszweig (WZ 2025)78.10 Vermittlung von Arbeitskräften. E WZ 2025 ist die amtliche Klassifikation der Wirtschaftszweige (Destatis), nach der dein Gewerbe eingeordnet wird.

Datenlücke: Umsätze und Provisionssätze von Plattformen wie Pflegia oder Carewell habe ich nicht gefunden, ebenso keine amtliche Zahl zu Fachkräften auf solchen Plattformen.

Was kostet der Start und wie viel Zeit brauchst du?

Der Start kostet meist 500 bis 5.000 Euro für Software, rechtliche Prüfung und erste Werbung. E Am besten rechnet man mit 11 bis 20 Wochenstunden und drei bis sechs Monaten bis zum ersten zahlenden Betrieb. E

BausteinWas es kostet
Sharetribe zum Testen39 US-Dollar im Monat, 14 Tage kostenlos (sharetribe.com, gelesen am 22.10.2026) S
Sharetribe im Live-Betrieb199 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung, sonst 259 US-Dollar (sharetribe.com, gelesen am 22.10.2026) S
Zahlungen mit Stripe Connect2 Euro je aktivem Konto im Monat, je Auszahlung 0,25 Prozent plus 0,10 Euro (stripe.com, gelesen am 22.10.2026) S

Wie startest du einen Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche Schritt für Schritt?

Du startest in einer Branche und einer Region und gewinnst zuerst die knappe Seite, meist die Fachkräfte. Erster Schritt: Frag zehn Betriebe nach ihren offenen Stellen.

  1. Branche wählen. Eine mit Engpass, die du von innen kennst, etwa Pflege, Dolmetschen oder Elektrohandwerk.
  2. Knappe Seite gewinnen. Zuerst 20 bis 30 Fachkräfte, sonst hat kein Betrieb einen Grund zu kommen. E
  3. Erlösmodell festlegen. Abo, Provision oder Erfolgsgebühr, immer als Vermittlung, nie als Verleih.
  4. Rechtliches vorbereiten. Die vier Punkte aus dem Abschnitt Recht: Gewerbe, Status, keine Überlassung ohne Erlaubnis, Plattformregeln.
  5. MVP bauen. Ein MVP, also eine erste einfache Version, reicht: Baukasten und Formular.
  6. Pilotbetriebe gewinnen. Fünf Betriebe testen einen Monat kostenlos.
  7. Bindung schaffen. Abrechnung und Bewertungen machen die Plattform bequemer als den direkten Anruf.

Wie findest du die ersten Kunden für deinen Vermittlungsmarktplatz?

Am schnellsten über Gruppen, Treffen und Verbände der Branche, in der du selbst gearbeitet hast. Betriebe kaufen keine Plattform, sondern die besetzte Schicht (Stichwort: Pain Fokus), und genau diesen Schmerz sprichst du an.

Laut Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Nr. 25 vom 28.05.2025, zeigten 163 von rund 1.200 bewerteten Berufen einen Fachkräfteengpass, im Vorjahr 183. Am stärksten betroffen sind Pflege und Gesundheit, Bau und Handwerk, Berufskraftfahrer und Erzieher. 163 Berufe mit Fachkräfteengpass in Deutschland von rund 1.200 bewerteten Berufen. Vorn: Pflege, Bau, Handwerk. Bundesagentur für Arbeit, 28.05.2025
Wo Fachkräfte knapp sind, zahlen Betriebe für jede schnelle Besetzung.

Virtudesk fand die ersten 10 bis 12 zahlenden Kunden in zwei Wochen über Facebook-Gruppen für Makler (Starter Story, 02.09.2021). S Bei Locumate, einer Plattform für Aushilfs-Apotheker in Australien, brachte die Gründerin als Apothekeninhaberin die ersten Kontakte mit (ebizfacts, 19.08.2022). S Später helfen Fachkongresse und Empfehlungen; Wishup zahlt Partnern 500 US-Dollar je Anmeldung (Starter Story, 24.05.2023). S

Welche Tools und KI-Werkzeuge helfen beim Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte?

Unverzichtbar sind ein Marktplatz-Baukasten und eine Zahlungslösung, die Geld zwischen Betrieb, Fachkraft und dir aufteilt. Ziel ist es, dass die Buchung über die Plattform bequemer ist als ein Anruf.

MarktplatzSharetribe oder ein ähnlicher Baukasten ohne Code
ZahlungStripe Connect teilt Zahlungen und behält deine Provision ein
KIClaude oder ChatGPT prüfen Profile und schreiben Anzeigen
GemeinschaftNewsletter oder Gruppe für die Fachkräfte

Später lohnt eigene Software: Virtudesk baute mit Timedly eine eigene Zeiterfassung (Starter Story, 02.09.2021). S

Welche Risiken hat ein Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche?

Das größte Risiko: Die Plattform bleibt leer, weil jede Seite auf die andere wartet. Dagegen hilft eine Nische, in der du eine Seite mitbringst.

Leere Plattform

Ohne Angebot kein Betrieb, ohne Betrieb keine Fachkraft; daran scheitern Marktplätze am Anfang oft. E
Gegenmittel: Eine Region, zuerst die knappe Seite.

Scheinselbstständigkeit

Das Bundessozialgericht entschied am 7. Juni 2019, dass Honorarpflegekräfte in Pflegeheimen in der Regel abhängig beschäftigt sind (B 12 R 6/18 R). A
Gegenmittel: Statusfeststellung oder Festanstellung vermitteln.

Umgehung

Nach dem ersten Kontakt einigen sich beide oft direkt; freelancermap verkauft Abos statt Vermittlungsgebühren (gelesen am 22.10.2026). S
Gegenmittel: Abo und Abrechnung als Mehrwert.

Verdeckte Überlassung

Überlassung ohne Erlaubnis kostet bis zu 30.000 Euro Bußgeld (§ 16 Abs. 2 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz). A
Gegenmittel: Keine Weisungen, Verträge direkt.
Ergebnisstreuung5 von 5: von null bis Millionen im Jahr
Regulatorik4 von 5
Inhaberabhängigkeit3 von 5, Netzwerk hängt an dir
Wiederkehrender Umsatzrund 50 Prozent über Abos, Rest Provision E
KI-Expositionplus 1, KI verbessert das Matching E
Kanalabhängigkeit2 von 4

Fortbestand: Von Gründungen mit Startkapital bis zu 5.000 Euro sind nach fünf Jahren 54 Prozent aktiv (KfW-Gründungsmonitor 2025). S 2025 gab es 69 Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen (Destatis, 13.03.2026). A

Praxisbeispiel: Wie Surge Singh und Kavita Nadan vor dem Start 1.000 Apotheken gewannen

Im Gespräch mit dem Portal Bootstrappers erzählen Surge Singh und Kavita Nadan aus Australien, wie sie Locumate aufgebaut haben, einen Marktplatz, auf dem Apotheken Schichten ausschreiben und Vertretungsapotheker sie annehmen. Vor dem Start im Januar 2022 hatten sich nach eigener Angabe über 1.000 der rund 6.000 Apotheken im Land registriert. S

So kamen sie auf die Geschäftsidee
Nadan besitzt eine Apotheke im Bundesstaat Victoria und bekam Schichten kaum besetzt, wenn jemand krank wurde. Singh, zehn Jahre lang Systemingenieur und IT-Architekt, suchte in Australien und im Ausland nach einer fertigen Lösung und fand keine. Im März 2020, auf dem Höhepunkt der Pandemie, beschlossen die beiden, selbst eine zu bauen.
So fing es an
Eine Agentur baute zuerst einen klickbaren Prototyp und im Mai 2021 eine erste Version mit vier Bildschirmen. Singh finanzierte das mit Ersparnissen und zeitweise zwei Jobs; ab Oktober 2021 arbeitete er in Vollzeit daran, sechs Monate ohne Gehalt. Nadan arbeitet weiter in Teilzeit in ihrer Apotheke.
So gewinnen sie Kunden
Auf der größten Pharmakonferenz Australiens stellten sie die Marke vor. Statt einzelne Apotheken anzusprechen, gingen sie an die Zentralen von Apothekenketten und an Gruppenleiter, die die Software für 200 bis 400 Apotheken auf einmal einführen wollten. Eine Partnerschaft mit dem Apothekerverband Pharmaceutical Society of Australia und ein Preis für die Vertretung des Jahres sorgten für Vertrauen und Mundpropaganda unter den Apothekern.
So funktioniert der Marktplatz
Eine Apotheke stellt eine Schicht ein, passende Vertretungen werden benachrichtigt, und nach der Zusage übernimmt die App Zeiterfassung und Abrechnung. Verträge sind eingebaut; zahlt eine Apotheke nicht, treibt Locumate das Geld für die Vertretung ein. Beide Seiten bewerten sich gegenseitig. Gegenüber einer Personalagentur spart eine Apotheke laut Singh etwa 150 Dollar am Tag. S
Ihre größte Hürde
Im Gesundheitswesen nimmt niemand eine unbekannte App einfach an. Ohne Nadans Branchenwissen und Kontakte hätte Singh die Gespräche mit den Apothekengruppen kaum führen können.
So schnell sind sie gewachsen
In den ersten eineinhalb Monaten nach dem Start wurden 1.400 Schichten eingestellt; für das erste Jahr peilten die Gründer einen sechsstelligen Umsatz an. S Als Nächstes planten sie eine Jobbörse für weitere Berufe in Apotheken und den Schritt nach Großbritannien und in die USA.
Ihr Rat
Einen Menschen mit Branchenwissen ins Gründerteam holen und früh prüfen, ob die Kunden das Produkt wirklich nutzen. Am Ende bestimmt der Markt, wie das Produkt aussieht.
Was du daraus mitnimmst
Für einen Vermittlungsmarktplatz in Deutschland heißt das: Wer selbst aus der Branche kommt oder einen Partner von dort hat, gewinnt über Verbände und Ketten viele Betriebe auf einmal, statt jeden einzeln zu überzeugen. E Die Zahlen sind Selbstauskünfte und nicht unabhängig geprüft.

Quellen: Bootstrappers: Couple Launches Staffing Marketplace to Help Pharmacies Fill Temp Vacancies Cheaply and Easily, von Andrew Gazdecki, 09.06.2022, gelesen am 30.10.2026. bootstrappers.com; eBiz Facts: Six-Figure Niche Staffing Marketplace, Ausgabe 373 vom 16.04.2024, gelesen am 30.10.2026. ebizfacts.com

Welche Beispiele für einen Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Das stärkste Beispiel ist Pflegia aus Berlin: Pflegekräfte legen kostenlos ein Profil an, Arbeitgeber bewerben sich bei ihnen und zahlen erst bei Einstellung. 2022 nannten die Gründer rund 100.000 registrierte Pflegekräfte und 4.500 Arbeitgeber (Berliner Zeitung, 16.06.2022). S

Die Gebühr liege 50 bis 70 Prozent unter den zwei Monatsgehältern klassischer Agenturen. S

  • Carewell aus der Schweiz bringt über 50 Spitäler, Heime und ambulante Dienste mit flexiblen Pflegefachpersonen zusammen; 1,5 Millionen Franken Finanzierung (netzwoche.ch, 03.07.2026). S
  • betreuerinnen.at der Gewerkschaft vida vermittelt in Österreich 24-Stunden-Betreuung gegen 300 Euro Jahresgebühr für Familien und 500 Euro für Betreuerinnen (vienna.at, 25.01.2023). S
  • Virtudesk aus den USA vermittelt Assistenzen nur an Immobilienmakler und hatte 2021 367 Beschäftigte (Starter Story, 02.09.2021). S

Was musst du rechtlich beim Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte beachten?

Vier Dinge klärst du, bevor der erste Auftrag läuft. Das Wichtigste: Du vermittelst nur und gibst keine Weisungen, sonst wird daraus Arbeitnehmerüberlassung.

  • Gewerbe anmelden: Reine Vermittlung braucht in Deutschland keine Erlaubnis.
  • Status prüfen: Sind die Fachkräfte wirklich selbstständig? Im Zweifel klärt das die Rentenversicherung.
  • Keine Überlassung ohne Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit.
  • Plattformregeln: Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), offengelegte Reihenfolge der Treffer, Meldeweg für rechtswidrige Inhalte.
Die Details mit Paragrafen und Fristen

Scheinselbstständigkeit: Beschäftigung ist Arbeit nach Weisungen und mit Eingliederung in den Betrieb (§ 7 Abs. 1 Sozialgesetzbuch IV). A Den Status klärt auf Antrag die Deutsche Rentenversicherung (§ 7a SGB IV). A

Arbeitnehmerüberlassung: Wer Arbeitnehmer an Dritte überlässt, braucht eine Erlaubnis (§ 1 Abs. 1 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, AÜG). A Von Arbeitsuchenden darf ein Vermittler Geld nur bei Erfolg verlangen (§ 296 SGB III). A

P2B-Verordnung: Bieten deine Fachkräfte auch Verbrauchern an, gilt die Verordnung (EU) 2019/1150 für Plattformen und gewerbliche Nutzer: AGB-Änderungen mindestens 15 Tage vorher ankündigen (Art. 3 Abs. 2), Hauptkriterien der Reihenfolge offenlegen (Art. 5). A

Digital Services Act: Jeder Hosting-Dienst braucht ein Melde- und Abhilfeverfahren (Art. 16 Verordnung (EU) 2022/2065); Klein- und Kleinstunternehmen sind von vielen Zusatzpflichten befreit (Art. 19). A

Schweiz: Wer regelmäßig gegen Entgelt Stellensuchende und Arbeitgeber zusammenführt, braucht eine kantonale Bewilligung, grenzüberschreitend auch eine des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). A

Keine Rechtsberatung: Lass Verträge und Pflichten einmal fachlich prüfen.

Für wen passt ein Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche und für wen nicht?

Es passt zum Community-Katalysator, der Menschen zusammenbringt, und zum pragmatischen Macher mit Branchenerfahrung, etwa zur Pflegekraft oder Apothekerin, die den Mangel täglich erlebt hat.

Lass es, wenn

  • du in keiner Branche zu Hause bist und auf keiner Seite Menschen kennst,
  • du schnell Geld brauchst, denn ein Marktplatz trägt sich oft erst nach vielen Monaten,
  • du Fachkräfte wie eigene Angestellte einteilen willst, denn das ist rechtlich Arbeitnehmerüberlassung.

Welche Fragen stellen Menschen am häufigsten zum Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte?

Brauche ich eine Erlaubnis, um Fachkräfte über eine Plattform zu vermitteln?

In Deutschland nicht für reine Vermittlung, wohl aber für Überlassung (§ 1 AÜG). A In der Schweiz braucht schon regelmäßige Vermittlung gegen Entgelt eine Bewilligung. A

Wie viel Provision nehmen Plattformen?

Malt berechnet Unternehmen in Großbritannien und den Niederlanden 10 bis 15 Prozent. S freelancermap verlangt keine Provision, sondern Abos von 59 bis 89 Euro im Monat. S

Dürfen Pflegekräfte als Freiberufler über eine Plattform arbeiten?

Nur mit Vorsicht: In Pflegeheimen gelten sie meist als abhängig beschäftigt (Bundessozialgericht, 07.06.2019). A

Welche Geschäftsideen ähneln dem Vermittlungsmarktplatz für Fachkräfte einer Branche?

Simon Hubert, Gründer von x8
Über den Autor

Simon Hubert

Gründer von x8, Agenturgründer seit 2011

Simon Hubert hat 2011 seine erste Digitalagentur gegründet und betreut seitdem Websites, Sichtbarkeit und Abläufe für kleine und mittlere Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er hält einen Master in Business Informatics der Universität Mannheim und ist seit über 20 Jahren in Digitalisierung und IT unterwegs, mehrere Jahre davon in Großkonzernen. Mit x8 prüft er Geschäftsideen so, wie er es für sich selbst tun würde: mit belastbaren Zahlen, nachvollziehbaren Quellen und einer Rechnung, die du Schritt für Schritt selbst nachprüfen kannst.

Woher stammen die Zahlen auf dieser Seite?

Jede Zahl trägt ein Kennzeichen. Fährst du mit der Maus darüber, steht die Herkunft im Klartext. Was ich selbst gerechnet oder eingeschätzt habe, ist immer mit E markiert und im Text begründet.

A amtlich: Destatis, KfW-Register, Gesetzestexte, Gerichtsentscheidungen T Transaktionsdaten: Verkaufsplattformen wie Flippa, Empire Flippers oder Acquire.com, Zahlungsanbieter wie Stripe oder Steady S Selbstauskunft oder Befragung: Angaben von Anbietern, Interviews, Presse über Finanzierungen, KfW- und DIHK-Befragungen M Schätzung Dritter: Modellrechnungen und Prognosen von Instituten, etwa das IfM Bonn zur Nachfolge D Messung Dritter: Werkzeuge wie Ahrefs, Similarweb oder Profound E eigene Berechnung oder Einschätzung von Simon Hubert, Rechenweg und Annahmen stehen im Text
Quellen und Prüfstand: alle Angaben geprüft am 22. Oktober 2026
  1. Starter Story: Hiring One VA Inspired Me To Build A $6M/Year Business (Virtudesk), 02.09.2021, gelesen am 22.10.2026. starterstory.com
  2. Starter Story: Wishup, 24.05.2023, gelesen am 22.10.2026. starterstory.com
  3. ebizfacts: Locumate, Six-Figure Niche Staffing Marketplace, 19.08.2022, gelesen am 22.10.2026. ebizfacts.com
  4. freelancermap: Preise für Freelancer, gelesen am 22.10.2026. freelancermap.de
  5. freelancermap: Preise für Unternehmen und Recruiter, gelesen am 22.10.2026. freelancermap.de
  6. freelancermap: Startseite mit Projekt- und Freelancerzahlen, gelesen am 22.10.2026. freelancermap.de
  7. Malt Help Center: Malt service offers and fees, gelesen am 22.10.2026. help.malt.com
  8. Berliner Zeitung: Interview mit den Gründern von Pflegia, 16.06.2022, gelesen am 22.10.2026. berliner-zeitung.de
  9. netzwoche.ch: Carewell sammelt 1,5 Millionen Franken in Finanzierungsrunde, 03.07.2026. netzwoche.ch
  10. vienna.at: Neue Plattform vermittelt 24-Stunden-Pflegekräfte, 25.01.2023. vienna.at
  11. Bundesagentur für Arbeit: Presseinfo Nr. 25, Qualifizierte Fachkräfte weiterhin gesucht, 28.05.2025. arbeitsagentur.de
  12. Deutsches Ärzteblatt: Honorarpflegekräfte sind nicht selbstständig (BSG, B 12 R 6/18 R), 07.06.2019. aerzteblatt.de
  13. Sharetribe: Pricing, gelesen am 22.10.2026. sharetribe.com
  14. Stripe: Connect Preise Deutschland, gelesen am 22.10.2026. stripe.com
  15. Gesetzestexte: § 1 und § 16 AÜG, § 7 und § 7a SGB IV, § 296 SGB III. gesetze-im-internet.de
  16. EUR-Lex: Verordnung (EU) 2019/1150 (P2B-Verordnung), gelesen am 22.10.2026. eur-lex.europa.eu
  17. EUR-Lex: Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), gelesen am 22.10.2026. eur-lex.europa.eu
  18. SECO: Private Arbeitsvermittlung und Personalverleih, gelesen am 22.10.2026. seco.admin.ch
  19. KfW Research: KfW-Gründungsmonitor 2025, Juni 2025. kfw.de
  20. Destatis: Pressemitteilung Nr. 085, 13.03.2026. destatis.de
  21. Destatis: Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2025, gelesen am 22.10.2026. destatis.de
  22. Bootstrappers: Couple Launches Staffing Marketplace to Help Pharmacies Fill Temp Vacancies Cheaply and Easily, von Andrew Gazdecki, 09.06.2022, gelesen am 30.10.2026. bootstrappers.com

Änderungsprotokoll: 22. Oktober 2026 Erstfassung.