x8-Steckbrief

Bäckerei mit angestelltem Meister übernehmen: 1.800.000 € Umsatz im Jahr kaufen statt gründen

1,8 Mio. € Jahresumsatz mit sechs Verkaufsstellen Eab 50.000 € Startkapitalunter 1 Monat bis zum ersten Euroüber 40 Std. pro Woche11 % Marge vor Abschreibung laut Exposé

Buchstaben hinter Zahlen zeigen die Herkunft: A amtlich · S Selbstauskunft · E meine Einschätzung. Alle Kennzeichen erklärt.

Lesezeit 11 MinutenVon Simon Hubert, Gründer von x8Stand

Halb drei in der Nacht, eine Backstube am Ortsrand. Der Bäckermeister schiebt die ersten Bleche in den Ofen, um sechs fahren die Lieferwagen zu den Filialen. Der Inhaber ist 67 und sucht eine Nachfolge.

Wer eine Bäckerei mit angestelltem Meister übernimmt, kauft Backstube, Filialen und ein Team, das nachts backt und morgens verkauft. Eine Bäckerei mit sechs Verkaufsstellen in der Pfalz setzt rund 1,8 Millionen Euro im Jahr um. S

Die Zahl der Handwerksbäckereien fiel von 12.155 im Jahr 2015 auf 9.607 im Jahr 2022. S Der Umsatz je Betrieb stieg im selben Zeitraum aber deutlich. Hier liest du, was eine Bäckerei wert ist und wer die Backstube leiten muss.

Kurz gesagt: Bei dem Geschäftsmodell „Bäckerei mit angestelltem Meister übernehmen“ kaufst du eine Handwerksbäckerei mit Backstube, Filialen und Personal und setzt einen Bäckermeister als Betriebsleiter ein. Du verdienst an Backwaren, Snacks und Firmenbelieferung; du führst Filialen, Personal und Zahlen.

Was bedeutet es, eine Bäckerei mit angestelltem Meister zu übernehmen, und wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Die Übernahme einer Bäckerei mit angestelltem Meister ist der Kauf eines bestehenden Handwerksbetriebs mit Backstube und Verkaufsstellen, dessen fachliche Leitung ein angestellter Bäckermeister übernimmt. Bezahlt wird jeden Tag an der Theke, dazu kommen Lieferungen an Firmen, Kitas und Hotels.

Bäcker ist ein zulassungspflichtiges Handwerk (HwO Anlage A Nr. 30). A Dein Beitrag ist der Betrieb: Filialen besetzen, Preise festlegen, Einkauf, Energie und Personal steuern. Die Backstube führt der Meister.

Nach dem Kauf lohnt ein klares Profil. E Naheliegend sind Sauerteigbrote und belegte Brötchen für Baustellen und Büros. Zwei Hypernischen: Frühstückskörbe für Pflegeheime und Tagungshotels im Abo, und glutenarme Brote für Menschen mit Weizenunverträglichkeit, die nur in getrennter Produktion sicher sind.

Ablauf: Kunden kommen in die Filialen, Firmen bestellen per Abo. Im Zentrum stehen die Backstube unter Leitung des angestellten Meisters, die Filialen und der neue Inhaber, der Personal und Zahlen verantwortet. Ergebnisse: Ware an der Theke, Lieferungen an Firmen und Stammkunden. So läuft die Bäckerei nach dem Kauf 🥖 Kunden und Firmen Deine Bäckerei Backstube (Meister) Filialen, Verkauf Personal, Zahlen (du) Ware an der Theke Firmenlieferung Stammkunde Der Meister backt, du hältst Filialen, Personal und Zahlen zusammen.
Du kaufst Rezepte, Filialen und Kunden, die jeden Morgen kommen.

Welchen Umsatz kannst du mit der Übernahme einer Bäckerei realistisch erreichen?

Den Umsatz kaufst du mit. Eine Bäckerei aus der Vorderpfalz mit 42 Beschäftigten und sechs Verkaufsstellen setzte 2023 rund 1,8 Millionen Euro um und erzielte rund 197.000 Euro Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern, also elf Prozent. S

Das passt zum Schnitt der Branche: rund 1,69 Millionen Euro Umsatz je Betrieb im Jahr 2022. S Ich rechne deshalb mit einem Zielbetrieb um 1,8 Millionen Euro, rund 150.000 Euro im Monat. E Was dein Team kostet:

Preisskala Bruttomonatsgehalt bei 40 Stunden laut gehalt.de: Bäcker Median 2.794 Euro, Bäcker oberes Quartil 3.089 Euro, Bäckermeister unteres Quartil 3.413 Euro, Median 3.772 Euro und oberes Quartil 4.170 Euro. Monatsgehälter brutto 0 € 1.125 € 2.250 € 3.375 € 4.500 € Bäcker, Median2.794 € Bäcker, oben3.089 € Meister, unten3.413 € Meister, Median3.772 € Meister, oben4.170 € Der Meister kostet rund 1.000 € mehr Quelle: gehalt.de, gelesen am 30.10.2026
Ein angestellter Meister ist bezahlbar, wenn die Bäckerei groß genug ist.

Ein angestellter Bäckermeister kostet im Median 3.772 Euro brutto im Monat S, mit Arbeitgeberanteilen rund 4.500 Euro, also drei Prozent vom Monatsumsatz. E

Eigene Berechnung von Simon Hubert: Eine Bäckerei mit 1,8 Millionen Euro Jahresumsatz setzt rund 150.000 Euro im Monat um. Rohstoffe, Verpackung und Energie rund 40.000 Euro. Personal mit Meister, Mieten der Filialen, Fahrzeuge und Verwaltung rund 93.500 Euro. Es bleiben etwa 16.500 Euro vor Abschreibung, Zins, Steuern und eigenem Gehalt. Rechenweg pro Monat bei 1,8 Mio. € Jahresumsatz 150.000 € Umsatz minus 40.000 € Rohstoffe, Energie minus 93.500 € Personal, Mieten, Rest ≈ 16.500 € bleiben vor Zins, Steuern Eigene Berechnung (Simon Hubert), Marge 11 % wie im Exposé Vorderpfalz
Aus rund 16.500 € im Monat zahlst du Investitionen, Kredit und dich.

Das heißt für dich: Du kaufst einen Betrieb mit täglichem Bargeld, verdienst aber nur, wenn Filialen, Personal und Energie im Griff sind.

Welche Fähigkeiten solltest du initial lernen, um erfolgreich eine übernommene Bäckerei führen zu können?

Am wichtigsten ist Personalführung über Nacht- und Tagschicht hinweg. Danach kommt die Filialsteuerung.

Balken = so wichtig ist die Fähigkeit für den Erfolgbraucht Erfahrungschnell lernbar
Personalführung und Schichtplanung95 %
Backstube und Verkauf besetzen, Ausfälle auffangen (KI erstellt Schichtpläne). Lernzeit: Monate
Filialsteuerung und Kalkulation85 %
Umsatz je Filiale, Retouren, Preise (KI wertet Kassendaten aus). Lernzeit: wenige Wochen
Hygiene und Lebensmittelrecht75 %
Eigenkontrollen, Allergene, Belehrungen (KI erstellt Checklisten). Lernzeit: Wochen
Firmenkunden gewinnen60 %
Angebote für Büros, Kitas, Hotels (KI schreibt Angebote). Lernzeit: Wochen
Backhandwerk30 %
Grundwissen reicht, backen tut das Team (KI erklärt Rezepturen). Lernzeit: wenige Wochen

Meine Einschätzung E: 100 % hieße, ohne diese Fähigkeit geht es nicht.

Welche Eckdaten hat die Übernahme einer Bäckerei?

Datenbox
Klasse und ModelltypK6 Übernahme Mittelstand · Unternehmensnachfolge im Mittelstand
ThemenfeldGesundheit, Fitness und Ernährung
Startkapital50.000 bis 250.000 Euro Eigenanteil am Kaufpreis E
Zeit bis zum ersten Eurounter 1 Monat ab Übergabe, die Kasse läuft ab dem ersten Tag E
Wochenstundenüber 40 im ersten Jahr E
ZulassungshürdeMeisterpflicht über den angestellten Betriebsleiter; Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung, siehe Abschnitt Recht
Reichweite nötig2 von 5: Stammkunden kommen mit den Filialen
Passiv-Grad2 von 5: Meister trägt die Backstube, du den Betrieb
Umsatzklasseüber 20.000 Euro im Monat; Zielbetrieb rund 150.000 Euro E
Wettbewerbhoch
KI-Hebel2 von 5
Sinn-Faktor4 von 5
Passt zu den GründertypenPragmatischer Macher
Wirtschaftszweig (WZ 2025)10.71 Herstellung von Backwaren, ohne Dauerbackwaren E; reine Verkaufsfilialen ohne Backstube fallen unter 47.24 Einzelhandel mit Back- und Süßwaren. WZ 2025 ist die amtliche Klassifikation der Wirtschaftszweige (Destatis), nach der dein Gewerbe eingeordnet wird.
Darf ich das führen?ja, ohne eigenen Meisterbrief, wenn ein Bäckermeister Betriebsleiter ist A
Personal geht mit überBäcker, Verkauf und Azubis gehen beim Kauf mit über A
Kaufpreisbandrund 400.000 bis 700.000 Euro bei 1,8 Millionen Euro Umsatz, zwei- bis dreieinhalbfacher Gewinn vor Abschreibung E
Typischer FinanzierungswegHausbank mit ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge bis 500.000 Euro S plus Darlehen des Verkäufers E
Arbeitslast im ersten Jahrhoch, im ersten Jahr meist mehr als Vollzeit E

Datenlücke: Veröffentlichte Kaufpreise für Bäckereien habe ich nicht gefunden; das gelesene Exposé nennt den Preis erst im Gespräch. Branchenzahlen nach 2022 habe ich auf der Seite des Zentralverbands nicht gefunden.

Was kostet der Start und wie viel Zeit brauchst du?

Der Start kostet vor allem den Eigenanteil am Kaufpreis: Ich rechne mit 80.000 bis 150.000 Euro eigenem Geld. E Plane sechs bis zwölf Monate für Suche, Prüfung und Verhandlung ein.

BausteinWas es kostet
Gewerbeanzeige15 bis 65 Euro, für eine GmbH 25 bis 70 Euro (selbststaendigkeit.de, 16.10.2026) S
Meister als Betriebsleiterim Median 3.772 Euro brutto im Monat (gehalt.de, gelesen am 30.10.2026) S
Kredit für den KaufERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge bis 500.000 Euro, bis 15 Jahre Laufzeit (IHK Dresden, gelesen am 30.10.2026) S
Belehrung für neues PersonalBescheinigung des Gesundheitsamts, höchstens drei Monate alt; Gebühr je nach Kommune (§ 43 IfSG) A

Wie übernimmst du eine Bäckerei Schritt für Schritt?

Du suchst zuerst den Meister, dann die Bäckerei, und prüfst jede Filiale einzeln.

  1. Meister gewinnen. Am besten bleibt der Meister der Backstube; sonst früh einen neuen mit Bonus binden.
  2. Bäckereien finden. Nachfolgebörsen lesen, Innung, Mühlen und Steuerberater fragen.
  3. Filialen und Technik prüfen. Umsatz je Filiale, Mietverträge, Alter von Öfen und Kühlung mit einem Berater prüfen.
  4. Rechtliches vorbereiten. Die vier Punkte aus dem Abschnitt Recht: Handwerksrolle mit Betriebsleiter, Lebensmittelrecht, Betriebsübergang, Gewerbeanzeige.
  5. Finanzierung sichern. Hausbank, ERP-Förderkredit und Verkäuferdarlehen kombinieren.
  6. Übergabe begleiten. Der Verkäufer arbeitet drei bis sechs Monate mit und gibt Rezepte und Lieferanten weiter. E

Wie findest du die passende Bäckerei und die ersten Neukunden?

Kunden bringst du mit dem Kauf mit, sie kommen jeden Morgen. Die Bäckerei findest du über das Problem des Inhabers: Er findet keinen Nachfolger und will nicht schließen. E

Laut Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks gab es Ende 2022 noch 9.607 Handwerksbäckereien, 2015 waren es 12.155. Der Umsatz je Betrieb stieg von rund 1,15 Millionen Euro 2015 auf rund 1,69 Millionen Euro 2022. 9.607 Handwerksbäckereien Ende 2022. 2015 waren es noch 12.155. Ø Umsatz je Betrieb: 1,69 Mio. €. Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, 2023
Weniger Betriebe, aber jeder einzelne wird größer.

Neukunden kommen danach über Firmenlieferungen, Kitas, Hotels und Caterer in der Umgebung. In der Schweiz zählt der Branchenverband 50 bis 80 Schließungen im Jahr, unter anderem wegen fehlender Nachfolge. S

Welche Tools und KI-Werkzeuge helfen bei der Übernahme einer Bäckerei?

Unverzichtbar ist ein Kassensystem, das Verkäufe und Retouren je Filiale zeigt. Die KI hilft bei Bestellmengen, Schichtplänen und Angeboten.

Nachfolgebörsennexxt-change und Innung für Angebote und eigene Kaufgesuche
FilialkassenKassensystem mit Auswertung von Absatz und Retouren je Artikel
Hygienedokumentationdigitale Checklisten für Temperaturen, Reinigung und Belehrungen
KI-AssistentClaude oder ChatGPT für Bestellprognosen, Allergenlisten und Angebote

Welche Risiken hat die Übernahme einer Bäckerei?

Das größte Risiko: Der Meister geht, und ohne Betriebsleiter darf die Backstube nicht weiterarbeiten. Dagegen hilft, ihn vor der Unterschrift zu binden.

Meister geht

Eingetragen bleibt der Betrieb nur mit einem Betriebsleiter mit Meisterprüfung (§ 7 Abs. 1 HwO). A
Gegenmittel: Meister mit Bonus oder Anteil binden.

Nachwuchs fehlt

Die Zahl der Auszubildenden fiel von 18.811 im Jahr 2015 auf 10.846 im Jahr 2022 (Zentralverband, 2023). S
Gegenmittel: Eigene Azubis mit festen Tagschichten werben.

Marge sinkt

Im Pfälzer Exposé fiel die Marge vor Abschreibung von 14 Prozent 2021 auf 11 Prozent 2023 (nexxt-change). S
Gegenmittel: Schwache Filialen schließen, Preise anpassen.

Kosten steigen

Eine Schweizer Bäckerei nennt Strom, Löhne und Verwaltung als größte Kostentreiber (Toggenburger Tagblatt, 19.12.2025). S
Gegenmittel: Energieverträge und Öfen vor dem Kauf prüfen.
Ergebnisstreuung3 von 5: stabiler Umsatz, schwankende Marge
Regulatorik3 von 5
Inhaberabhängigkeit3 von 5, Rezepte und Lieferanten hängen oft am alten Inhaber
Wiederkehrender Umsatz70 bis 90 Prozent über Stammkunden und Firmenlieferungen E
KI-Exposition0, Backen und Verkauf bleiben Handarbeit, KI hilft bei Planung E
Kanalabhängigkeit1 von 4

Fortbestand: Von Gründungen mit Startkapital über 50.000 Euro sind nach fünf Jahren 80 Prozent aktiv (KfW-Gründungsmonitor 2025). S 2025 gab es 69 Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen (Destatis, 13.03.2026). A

Praxisbeispiel: Wie Jarett Berke als früherer Marinepilot ein Restaurant mit Bäckerei kaufte

Ein ähnlicher Fall: Lou’s in Hanover, New Hampshire, ist ein Frühstücksrestaurant mit eigener Bäckerei und Catering, keine reine Handwerksbäckerei. Gleich sind Backstube mit angestellter Leitung, früher Arbeitsbeginn und Stammkundschaft; anders ist, dass es in den USA keine Meisterpflicht gibt.

Im Podcast Acquiring Minds erzählt Jarett Berke, früher Pilot beim US Marine Corps und später Absolvent der Tuck School of Business, wie er 2018 Lou’s Restaurant & Bakery gekauft hat, gegründet 1947. Er nennt eine Gewinnmarge von 17 bis 19 Prozent; heute liegt der Umsatz laut Folge rund 60 Prozent über dem Stand bei der Übernahme. S

So kam er auf die Geschäftsidee
Eigentlich hatte er Maklern gesagt: keine Restaurants. Ein Steuerberater zeigte ihm dann eine Gewinnrechnung ohne Namen. Ihn überzeugten die Marge, der Mix aus rund 60 Prozent Restaurant, 30 Prozent Bäckerei und 10 Prozent Catering, kein Alkohol und Feierabend um 15 Uhr. S
So hat er finanziert
Er zahlte das Drei- bis Dreieinhalbfache des Gewinns, finanziert zu rund 80 Prozent über einen staatlich verbürgten Kredit, dazu ein Darlehen der Verkäufer und gut 200.000 Dollar aus Ersparnissen und Familiendarlehen. S Das Gebäude kaufte er später über eine Option.
So fing es an
Die Vorbesitzer blieben drei Monate. Er selbst arbeitete im ersten Monat jeden Tag mit, im Service, in der Spülküche, beim Backen, und änderte zunächst nichts.
So ist der Betrieb aufgebaut
Ein erfahrener Geschäftsführer leitet den Alltag, ihm erhöhte Berke Gehalt und Bonus. Eine Konditormeisterin führt die Bäckerei, ein Mitarbeiter backt nachts die Donuts, eine Büroleiterin macht die Verwaltung. Berke kümmert sich um Finanzen und Strategie.
Seine größte Hürde
Fachkräftemangel in der Region und die Pandemie: Der Tagesumsatz fiel von 8.000 bis 10.000 Dollar auf rund 1.000 Dollar. S Er blieb offen, behielt alle Vollzeitkräfte und machte Kellner zu Lieferfahrern.
Diese Werkzeuge nutzt er
Ein Cloud-Kassensystem mit Onlinebestellung, eingeführt rund 18 Monate nach dem Kauf, und einen 21-Tage-Durchschnitt des Umsatzes als Kontrollgröße.
Sein Rat
Eigene Vorurteile gegen Branchen prüfen, bevor man Angebote aussortiert. Wichtige Menschen wie Geschäftsführer und Küchenleitung früh binden.
Was du daraus mitnimmst
Eine Bäckerei mit mehreren Standbeinen und starker angestellter Leitung kann ein Inhaber ohne Backausbildung führen. E In Deutschland braucht die Backstube dafür einen Meister als Betriebsleiter. Die Zahlen sind Selbstauskünfte im Podcast und nicht geprüft.

Zur Quellenlage: Die Zahlen sind teils uneinheitlich: Die Folge nennt das Drei- bis 3,7-Fache beziehungsweise das Drei- bis 3,5-Fache des Gewinns als Kaufpreis und widerspricht sich bei der Finanzierung des Gebäudes; Kaufpreis und Umsatz in Dollar nennt sie nicht genau.

Quelle: Acquiring Minds: When a Restaurant Is a Great Business to Buy, Jarett Berke, 16.05.2024, gelesen am 30.10.2026. acquiringminds.co

Welche Beispiele für die Übernahme einer Bäckerei gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Ein aktuelles Beispiel ist die Steigbäckerei in Bindlach: Der frühere Volkswirt Marco Frank übernahm mit einem Partner die Familienbäckerei Wagner samt Angestellten, über eine Ausnahmebewilligung der Handwerkskammer statt eines angestellten Meisters (Deutsche Handwerks Zeitung, 04.05.2026). S

  • Bäckerei in der Vorderpfalz mit 42 Beschäftigten, sechs Verkaufsstellen und 1,8 Millionen Euro Umsatz sucht aus Altersgründen eine Nachfolge (Exposé auf nexxt-change, gelesen am 30.10.2026). S
  • Bäckerei Abderhalden in Wattwil in der Schweiz geht bis 2029 an den Sohn, der mit 26 Jahren 20 Prozent der Anteile übernommen hat (Toggenburger Tagblatt, 19.12.2025). S
  • Lou’s Restaurant & Bakery in New Hampshire ist ein internationaler Fall, mehr dazu im Praxisbeispiel.

Was musst du rechtlich bei der Übernahme einer Bäckerei beachten?

Bäcker ist ein Meisterhandwerk, und als Lebensmittelbetrieb stehst du unter Aufsicht. Das Wichtigste: Ohne Betriebsleiter mit Meisterbrief oder Ausnahmebewilligung keine Eintragung.

  • Handwerksrolle mit Betriebsleiter bei der Handwerkskammer.
  • Lebensmittelbetrieb registrieren und Hygiene übernehmen.
  • Mitarbeitende rechtzeitig informieren, ihre Verträge gehen mit über.
  • Gewerbe anzeigen für Backstube und jede Filiale.
Die Details mit Paragrafen und Fristen

Meisterpflicht: Bäcker ist ein zulassungspflichtiges Handwerk (HwO Anlage A Nr. 30); eingetragen wird ein Betrieb mit einem Betriebsleiter mit Meisterprüfung (§ 7 Abs. 1 HwO) oder mit Ausnahmebewilligung, wenn Kenntnisse und Fertigkeiten nachgewiesen sind (§ 8 Abs. 1 HwO). A Die Gewerbeanzeige kommt dazu (§ 14 Abs. 1 GewO). A

Hygiene und Personal: Wer erstmals mit Lebensmitteln arbeitet, braucht eine Bescheinigung des Gesundheitsamts, höchstens drei Monate alt; der Arbeitgeber belehrt danach alle zwei Jahre und dokumentiert das (§ 43 Abs. 1, 4 und 5 IfSG). A

Lebensmittelrecht: Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung, Eigenkontrollen und Allergeninformation auch bei loser Ware sind Pflicht; den genauen Ablauf beim Inhaberwechsel musst du gegebenenfalls mit dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt abklären.

Betriebsübergang, Österreich und Schweiz: Beim Kauf des Betriebs gehen die Arbeitsverhältnisse auf dich über, Mitarbeitende können binnen eines Monats widersprechen (§ 613a Abs. 1 und 6 BGB). A Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Regeln; den Stand musst du gegebenenfalls vor dem Kauf abklären. Steuerfragen zum Kauf klärst du mit deinem Steuerberater.

Keine Rechtsberatung: Lass Verträge und Pflichten einmal fachlich prüfen.

Für wen passt die Übernahme einer Bäckerei mit angestelltem Meister und für wen nicht?

Es passt zum pragmatischen Macher, der Filialen und Schichten organisiert. Hilfreich ist Erfahrung im Einzelhandel oder in der Gastronomie.

Lass es, wenn

  • du keinen Meister findest, der die Backstube dauerhaft leitet,
  • du nicht bereit bist, früh am Morgen erreichbar zu sein,
  • dir schwankende Margen und Energiepreise den Schlaf rauben.

Welche Fragen stellen Menschen am häufigsten zur Übernahme einer Bäckerei?

Kann ich eine Bäckerei ohne Meisterbrief übernehmen?

Ja, mit einem angestellten Bäckermeister als Betriebsleiter (§ 7 Abs. 1 HwO) oder mit einer Ausnahmebewilligung der Handwerkskammer (§ 8 HwO). A

Was kostet eine Bäckerei beim Kauf?

Mittelständler wünschen sich im Median 375.000 Euro, im Median etwa 60 Prozent eines Jahresumsatzes (KfW, 09.01.2026). S Entscheidend ist der Gewinn je Filiale, nicht der Umsatz. E

Wie viel Umsatz macht eine Bäckerei im Durchschnitt?

Rund 1,69 Millionen Euro je Handwerksbäckerei im Jahr 2022 bei im Schnitt 24,8 Beschäftigten (Zentralverband, 2023). S

Welche Geschäftsideen ähneln der Übernahme einer Bäckerei mit angestelltem Meister?

Simon Hubert, Gründer von x8
Über den Autor

Simon Hubert

Gründer von x8, Agenturgründer seit 2011

Simon Hubert hat 2011 seine erste Digitalagentur gegründet und betreut seitdem Websites, Sichtbarkeit und Abläufe für kleine und mittlere Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er hält einen Master in Business Informatics der Universität Mannheim und ist seit über 20 Jahren in Digitalisierung und IT unterwegs, mehrere Jahre davon in Großkonzernen. Mit x8 prüft er Geschäftsideen so, wie er es für sich selbst tun würde: mit belastbaren Zahlen, nachvollziehbaren Quellen und einer Rechnung, die du Schritt für Schritt selbst nachprüfen kannst.

Woher stammen die Zahlen auf dieser Seite?

Jede Zahl trägt ein Kennzeichen. Fährst du mit der Maus darüber, steht die Herkunft im Klartext. Was ich selbst gerechnet oder eingeschätzt habe, ist immer mit E markiert und im Text begründet.

A amtlich: Destatis, KfW-Register, Gesetzestexte, Gerichtsentscheidungen T Transaktionsdaten: Verkaufsplattformen wie Flippa, Empire Flippers oder Acquire.com, Zahlungsanbieter wie Stripe oder Steady S Selbstauskunft oder Befragung: Angaben von Anbietern, Interviews, Presse über Finanzierungen, KfW- und DIHK-Befragungen M Schätzung Dritter: Modellrechnungen und Prognosen von Instituten, etwa das IfM Bonn zur Nachfolge D Messung Dritter: Werkzeuge wie Ahrefs, Similarweb oder Profound E eigene Berechnung oder Einschätzung von Simon Hubert, Rechenweg und Annahmen stehen im Text
Quellen und Prüfstand: alle Angaben geprüft am 30. Oktober 2026
  1. Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks: Zahlen und Fakten, Stand 2023, gelesen am 30.10.2026. baeckerhandwerk.de
  2. nexxt-change: Exposé Bäckerei in der Vorderpfalz, gelesen am 30.10.2026. nexxt-change.org
  3. Deutsche Handwerks Zeitung: Vom Volkswirt zum Bäcker, so rettet ein Quereinsteiger die Familienbäckerei Wagner, 04.05.2026, gelesen am 30.10.2026. deutsche-handwerks-zeitung.de
  4. Toggenburger Tagblatt über swissbaker.ch: Bäckerei Abderhalden, 19.12.2025, gelesen am 30.10.2026. swissbaker.ch
  5. gehalt.de: Gehalt Bäckermeister/-in, gelesen am 30.10.2026. gehalt.de
  6. gehalt.de: Gehalt Bäcker/-in, gelesen am 30.10.2026. gehalt.de
  7. Handwerksordnung, Anlage A (zulassungspflichtige Handwerke), gelesen am 30.10.2026. gesetze-im-internet.de
  8. Handwerksordnung § 8, Ausnahmebewilligung, gelesen am 30.10.2026. gesetze-im-internet.de
  9. Infektionsschutzgesetz § 43, Belehrung und Bescheinigung, gelesen am 30.10.2026. gesetze-im-internet.de
  10. BGB § 613a, Rechte und Pflichten bei Betriebsübergang, Gesetzestext. gesetze-im-internet.de
  11. KfW Research: Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, 09.01.2026, gelesen am 30.10.2026. kfw.de
  12. IHK Dresden: ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (KfW), gelesen am 30.10.2026. ihk.de
  13. selbststaendigkeit.de: Gewerbe anmelden, Kosten im Überblick, aktualisiert 16.10.2026. selbststaendigkeit.de
  14. Destatis: Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2025. destatis.de
  15. Acquiring Minds: When a Restaurant Is a Great Business to Buy, Jarett Berke, 16.05.2024, gelesen am 30.10.2026. acquiringminds.co

Änderungsprotokoll: 30. Oktober 2026 Erstfassung.