x8-Steckbrief

Eigene Ware per Livestream verkaufen: bis zu 20.000 € im Monat mit Live-Auktionen auf Whatnot und Co.

bis 20.000 € Umsatz im Monat nach einem Jahr Eab 500 € Startkapitalunter 1 Monat bis zum ersten Euro21 bis 40 Std. pro Woche6,67 % Provision bei Whatnot

Buchstaben hinter Zahlen zeigen die Herkunft: A amtlich · S Selbstauskunft · E meine Einschätzung. Alle Kennzeichen erklärt.

Lesezeit 11 MinutenVon Simon Hubert, Gründer von x8Stand

Dienstagabend, 20 Uhr, in einem ausgebauten Kellerraum bei Dortmund: Ein Händler hält einen Karton Markensneaker in die Handykamera, nennt den Startpreis von einem Euro, und im Chat überbieten sich elf Menschen innerhalb von 30 Sekunden.

Dieses Geschäftsmodell funktioniert so: Du kaufst Ware günstig ein, etwa Restposten, Secondhand-Mode, Pflanzen oder Sammlerstücke, und versteigerst sie in Livestreams auf Plattformen wie Whatnot, TikTok Shop oder eBay Live. Whatnot nimmt nach einem Bericht 6,67 Prozent Provision ohne Umsatzsteuer. S

Spannend ist ein Widerspruch: Ein Golfhändler aus Texas verkauft live mit 20 bis 25 Prozent Marge, im Laden mit rund 38 Prozent S, und setzt trotzdem live ein Vielfaches um. Warum das aufgeht und wie du rechnest, liest du hier.

Kurz gesagt: Bei dem Geschäftsmodell „Eigene Ware per Livestream verkaufen“ kaufst du Ware günstig ein, zum Beispiel Restposten, Retouren, Secondhand-Mode oder Pflanzen, und versteigerst sie in Live-Videos auf Plattformen wie Whatnot, TikTok Shop oder eBay Live. Verdienen kannst du an der Spanne zwischen Einkauf und Zuschlag, wobei viele schnelle Verkäufe pro Stunde die geringere Marge ausgleichen.

Was ist der Verkauf eigener Ware per Livestream und wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Beim Verkauf eigener Ware per Livestream zeigst du Produkte live vor der Kamera und verkaufst sie per Auktion oder Sofortkauf an Zuschauer, die im Chat mitbieten. Bezahlung und Versandetiketten laufen über die Plattform, du verpackst und verschickst.

Anders als beim Live-Verkauf für fremde Marken gehört dir die Ware selbst: Du trägst das Einkaufsrisiko, behältst aber die ganze Spanne. In Deutschland sind Whatnot, TikTok Shop seit März 2025 und eBay Live seit Ende November 2025 die wichtigsten Plattformen. S

Spitze Sortimente sind oft lohnender als gemischte Restposten. E Beispiele: seltene Zimmerpflanzen-Ableger für Pflanzenfreunde. Angelköder aus Lagerräumungen für Sportangler. Gebrauchte Golfschläger für Einsteiger. Modellbahn-Waggons aus Nachlässen für Sammler einer Spurweite. Bei Tieren, Lebensmitteln und Kosmetik gelten eigene Regeln.

Ablauf: Günstig eingekaufte Ware kommt in deine Show. Du lieferst Vorstellung, Auktion und Gespräch mit dem Chat. Die Ware geht per Auktion, Sofortkauf oder als Paket an Stammkunden; danach verpackst und verschickst du. So läuft eine Live-Show 📦 🏷️ Restposten und Fundstücke Deine Live-Show Ware zeigen Auktion moderieren Zuschauer ansprechen Auktion ab 1 € Sofortkauf Stammkunden Die Plattform bringt Zuschauer, du bringst Ware und Stimmung.
Was im Laden Wochen liegt, kann live in Minuten weg sein.

Welchen Umsatz kannst du mit dem Verkauf eigener Ware per Livestream realistisch erreichen?

Pro Stream mit vier Stunden bringen 800 Euro Umsatz bei rund 25 Prozent Marge etwa 200 Euro vor Steuern. E Kip Roland nennt im Schnitt 680 US-Dollar Gewinn je vierstündigem Stream. S Der wichtigste Hebel ist günstiger Einkauf.

Als Ziel nach dem ersten Jahr rechne ich mit 5.000 bis 20.000 Euro Umsatz im Monat E, bei drei Shows pro Woche und einer Nische mit Stammzuschauern. Davon bleibt nach Ware, Gebühren und Versand oft nur ein Viertel. E Was die Plattformen nehmen:

Preisskala der Verkäufergebühren in Prozent: Tilt 2 Prozent plus 50 Pence je Verkauf (eBiz Facts, 18.09.2026). Whatnot 6,67 Prozent ohne Umsatzsteuer (OnlineMarketing.de, 23.01.2025). TikTok Shop bis zu 9 Prozent je Kauf (dpa über Schwäbische Zeitung, 24.03.2026). Zum Vergleich: eBay ohne Live, gewerblich, Kleidung 12 Prozent (ebay.de, gelesen am 01.11.2026). Gebühren der Plattformen 0 % 3 % 6 % 10 % 13 % Tilt2 % + 50 Pence Whatnot6,67 % TikTok Shopbis 9 % eBay Kleidung12 % + Fixbetrag Dein Ziel: Gebühren in den Startpreis einrechnen Quellen: eBiz Facts, OnlineMarketing.de, dpa, ebay.de
Live-Plattformen nehmen oft weniger als klassische Marktplätze.

Eine Beleg-Rechnung aus den USA: Kip Roland setzte in zehn Monaten rund 450.000 US-Dollar um und machte etwa 100.000 US-Dollar Gewinn. S Das sind rund 22 Prozent vom Umsatz. E

Eigene Berechnung von Simon Hubert: Zwölf Streams zu je 800 Euro ergeben 9.600 Euro Umsatz. Wareneinsatz bei 55 Prozent: 5.280 Euro. Plattformgebühren, Verpackung und Versandmaterial: rund 1.700 Euro. Es bleiben etwa 2.620 Euro vor Steuern. Rechenweg pro Monat bei 12 Streams 9.600 € Umsatz minus 5.280 € Wareneinsatz minus 1.700 € Gebühren, Versand ≈ 2.620 € bleiben vor Steuern Eigene Berechnung (Simon Hubert), Annahme 800 € je Stream und 55 % Wareneinsatz
Gut ein Viertel vom Umsatz bleibt, wenn der Einkauf stimmt.

Das heißt für dich: Live verkaufen heißt kleine Marge, hohes Tempo: Wer günstig einkauft, verdient am Durchsatz.

Welche Fähigkeiten solltest du initial lernen, um erfolgreich eigene Ware per Livestream verkaufen zu können?

Am wichtigsten sind günstiger Einkauf und die Fähigkeit, stundenlang locker vor der Kamera zu verkaufen. Produkttexte und Planung übernimmt zum Teil die KI.

Balken = so wichtig ist die Fähigkeit für den Erfolgbraucht Erfahrungschnell lernbar
Günstig einkaufen100 %
Restposten, Retouren, Nachlässe bewerten (KI hilft beim Preisvergleich, entscheiden musst du). Lernzeit: Monate
Live moderieren90 %
Zuschauer ansprechen, Spannung halten (KI bereitet Ablauf und Stichworte vor). Lernzeit: Monate
Fachwissen zur Ware80 %
Marken, Zustand, Sammlerwert (KI recherchiert Hintergründe). Lernzeit: wenige Wochen
Verpacken und Versand60 %
Schnell, sicher, ohne Fehler (KI ordnet Bestellungen in Listen). Lernzeit: wenige Tage
Artikeltexte (das macht die KI)30 %
Titel und Beschreibungen für den Sofortkauf (KI erstellt Entwürfe). Lernzeit: wenige Tage

Meine Einschätzung E: 100 % hieße, ohne diese Fähigkeit geht es nicht.

Welche Eckdaten hat der Verkauf eigener Ware per Livestream?

Datenbox
Klasse und ModelltypK4 Handel · Physische Produkte und E-Commerce
ThemenfeldMode, Beauty und Lifestyle
Startkapital500 bis 5.000 Euro E
Zeit bis zum ersten Eurounter 1 Monat E
Wochenstunden21 bis 40, vor allem abends E
Zulassungshürdefrei; Gewerbeanmeldung, siehe Abschnitt Recht
Reichweite nötig3 von 5: deutschlandweit über Plattformen
Passiv-Grad1 von 5: Umsatz nur, solange du live bist
Umsatzklasse5.000 bis 20.000 Euro im Monat nach einem Jahr E
Wettbewerbmittel
KI-Hebel2 von 5
Sinn-Faktor3 von 5
Passt zu den GründertypenPragmatischer Macher, Charismatischer Creator
Wirtschaftszweig (WZ 2025)47.78.9 Einzelhandel mit sonstigen Neuwaren a. n. g.; bei Gebrauchtware 47.79.9 Einzelhandel mit sonstigen Gebrauchtwaren a. n. g.. E WZ 2025 ist die amtliche Klassifikation der Wirtschaftszweige (Destatis), nach der dein Gewerbe eingeordnet wird.

Datenlücke: Wie viele Händler in Deutschland eigene Ware live verkaufen und welche Umsätze sie im Schnitt erzielen, habe ich nicht gefunden. Die Gebühren von eBay Live und das Startdatum von Whatnot in Deutschland habe ich ebenfalls nicht gefunden.

Was kostet der Start und wie viel Zeit brauchst du?

Der Start kostet meist 500 bis 5.000 Euro, vor allem für die erste Ware, Licht und Versandmaterial. Am besten rechnet man mit 21 bis 40 Wochenstunden; der erste Verkauf gelingt oft schon in der ersten Show.

BausteinWas es kostet
Provision Whatnot6,67 Prozent ohne Umsatzsteuer je Verkauf (OnlineMarketing.de, 23.01.2025) S
Provision TikTok Shopbis zu 9 Prozent je Kauf (dpa über Schwäbische Zeitung, 24.03.2026) S
Gewerbeanmeldung in Deutschland10 bis 65 Euro, je nach Gewerbeamt (gewerbeanmeldung.de, 08.06.2026) S
Erste WareKip Roland startete mit Küchengeräten aus Retouren für unter 5 US-Dollar je Stück (eBiz Facts, 15.07.2026) S

Wie startest du den Verkauf eigener Ware per Livestream Schritt für Schritt?

Du startest mit Ware, die du kennst und günstig bekommst. Der erste Schritt: drei Shows anderer Verkäufer in deiner Nische ansehen und notieren, wie sie Startpreise und Tempo setzen.

  1. Nische festlegen. Eine Warengruppe, in der du Preise kennst und Nachschub bekommst.
  2. Rechtliches vorbereiten. Die vier Punkte aus dem Abschnitt Recht: Gewerbe, Widerrufsrecht, Impressum, Meldung der Plattformen.
  3. Ware für drei Shows einkaufen. Klein anfangen, etwa 50 bis 150 Teile.
  4. Ecke einrichten. Handy auf Stativ, Ringlicht, Tisch, Verpackung griffbereit.
  5. Feste Sendezeiten. Zwei bis drei Abende pro Woche zur gleichen Uhrzeit.
  6. Zahlen auswerten. Nach jeder Show Umsatz, Einkauf und Zuschauer notieren.

Wie findest du die ersten Kunden für deine Live-Shows?

Am schnellsten über die Plattform selbst, denn sie zeigt deine Show Menschen, die nach deiner Ware suchen. Das Problem deiner Käufer: Sie wollen besondere Stücke günstig und haben Spaß am Mitbieten.

Laut NielsenIQ, berichtet von dpa am 24.03.2026, kauften seit dem Start im März 2025 gut 15 Prozent der erfassten Online-Käufer in Deutschland mindestens einmal im TikTok Shop; im Herbst 2025 waren es 10,5 Prozent. 15 % der Online-Käufer kauften schon im TikTok Shop. Herbst 2025: 10,5 %. Über 25.000 Verkäufer. NielsenIQ über dpa, 24.03.2026
Live-Shopping erreicht in Deutschland schnell mehr Käufer.

Rund 60 Prozent der Erlöse im TikTok Shop entstehen laut TikTok über kaufbare Videos und Live-Shopping (Onlinehändler News, 24.03.2026). S Stammkunden hältst du, indem du sie mit Namen ansprichst und zu festen Zeiten sendest. S

Welche Tools und KI-Werkzeuge helfen beim Verkauf per Livestream?

Unverzichtbar sind ein gutes Handy, Licht und ein sauberer Versandablauf. Ziel ist es, Planung und Artikeltexte mit KI zu beschleunigen und die Zeit in Einkauf und Shows zu stecken.

PlattformWhatnot, TikTok Shop oder eBay Live, je nach Ware
TechnikHandy mit Stativ, Ringlicht, Ansteckmikrofon
KI-AssistentClaude oder ähnliche Modelle für Showablauf und Artikeltexte
Bestandeine Tabelle mit Einkaufspreis, Startpreis und Zuschlag

Welche Risiken hat der Verkauf eigener Ware per Livestream?

Das größte Risiko: Eine Auktion läuft für einen Euro aus, und du verkaufst unter Einkauf. Dagegen helfen Startpreise über dem Einkauf für teure Teile und eine Mischung aus Auktion und Sofortkauf.

Geringe Marge

Live liegt die Marge des Golfhändlers Benninghoff bei 20 bis 25 Prozent, im Laden bei rund 38 Prozent (eBiz Facts, 15.07.2026). S
Gegenmittel: günstig einkaufen, Durchsatz erhöhen.

Widerruf nach dem Zuschlag

Die Ausnahme für Versteigerungen setzt voraus, dass Verbraucher persönlich anwesend sein können (§ 312g Abs. 2 Nr. 10 BGB). A
Gegenmittel: Rücksendungen einplanen, Widerrufsbelehrung bereitstellen.

Erschöpfung

Tilt-Mitgründer Abhi Thanendran nennt das tägliche Senden samt Verpacken anstrengend (eBiz Facts, 18.09.2026). S
Gegenmittel: feste Sendetage, Hilfe beim Versand.

Rundfunkrecht

Zulassungspflichtig sind Streams in der Regel erst ab rund 20.000 gleichzeitigen Nutzern im Schnitt und mit Sendeplan (Die Medienanstalten). A
Gegenmittel: bei großer Reichweite Landesmedienanstalt fragen.
Ergebnisstreuung4 von 5: einzelne Händler sechsstellig, viele klein
Regulatorik2 von 5
Inhaberabhängigkeit4 von 5, Zuschauer kaufen bei dir als Person
Wiederkehrender Umsatz20 bis 40 Prozent über Stammzuschauer, ohne Vertrag E
KI-Expositionplus 1: Angebote und Planung gehen schneller
Kanalabhängigkeit4 von 4

Fortbestand: Von Gründungen mit Startkapital bis zu 5.000 Euro sind nach fünf Jahren 54 Prozent aktiv (KfW-Gründungsmonitor 2025). S 2025 gab es 69 Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen (Destatis, 13.03.2026). A

Praxisbeispiel: Wie Clinton Benninghoff seinen Golfladen per Livestream auf zwei Millionen Dollar Umsatz brachte

Ein ähnlicher Fall: Kip Roland verkauft keine eigene Ladenware, sondern eingekaufte Retouren; der Weg über Whatnot ohne Follower ist gleich.

Laut eBiz Facts, gestützt auf ein Interview bei Side Hustle Nation, betreibt Clinton Benninghoff einen Golfladen in Midland, Texas, und predigt nebenbei. Mit Live-Auktionen auf Whatnot setzte er im ersten Jahr nach eigener Angabe rund 2 Millionen US-Dollar um. S

So kam er auf die Geschäftsidee
Ende 2024 begann er, Golfschläger aus seinem Laden auf Whatnot live zu versteigern. Ware, die im Laden einen Monat brauchte, verkauft sich live in Minuten.
So fing es an
Zur ersten Show hatte er keine Follower, trotzdem schauten 65 Menschen zu. Am ersten Tag verkaufte er einen Putter für 300 US-Dollar.
So gewinnt er Kunden
Whatnot zeigt Shows Menschen, die das Produkt schon suchen. Jeden Käufer spricht er mit Namen an; Zuschauer bleiben, weil sie sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen.
Seine größte Hürde
Die Marge ist live kleiner: 20 bis 25 Prozent statt rund 38 Prozent im Laden. Die 2 Millionen US-Dollar sind Umsatz, kein Gewinn.
So schnell ist er gewachsen
Von null Followern Ende 2024 auf rund 2 Millionen US-Dollar Umsatz nach einem Jahr. S
Sein Rat
Laut eBiz Facts braucht es kein Golfzubehör: eine Nische wählen, die man kennt, günstig einkaufen und live gehen.
Was du daraus mitnimmst
Für Läden in Deutschland heißt das: Restbestände und Ware mit langer Lagerzeit können live schneller Geld bringen, wenn die kleinere Marge eingeplant ist. E Die Zahlen sind Selbstauskünfte und nicht unabhängig geprüft.

Zur Quellenlage: Die Quellenlage ist dünn: Das Originalinterview bei Side Hustle Nation konnte ich nicht lesen (Bot-Prüfung der Seite), alle Angaben stammen aus der Zusammenfassung von eBiz Facts. Werkzeuge und Teamgröße nennt die Zusammenfassung nicht.

Quellen: eBiz Facts: Pastor Sold 2M Dollars of Golf Gear Live (Zero Followers to Start), aktualisiert 15.07.2026, gelesen am 01.11.2026. ebizfacts.com; Side Hustle Nation: This Part-Time Pastor Sold 2M Dollars on Whatnot Last Year (Originalquelle, nicht lesbar am 01.11.2026). sidehustlenation.com

Welche Beispiele für den Verkauf eigener Ware per Livestream gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Das stärkste Beispiel ist der TikTok Shop in Deutschland: Seit dem Start im März 2025 verkaufen dort über 25.000 Händler, darunter QVC, Rossmann und WMF, und rund 60 Prozent der Erlöse entstehen über Videos und Live-Shopping (Onlinehändler News, 24.03.2026). S

Weitere Fälle:

  • eBay Live startete in Deutschland am 29. November 2025 auf der Comic Con in Stuttgart mit Sammelartikeln und Mode; in den USA wuchs das Geschäft laut eBay-Chef in einem Jahr um das Fünffache (Horizont, gelesen am 01.11.2026). S
  • Whatnot hat mit Isabell Weiser eine Deutschland-Chefin; laut Unternehmen sehen 93 Prozent der deutschen Verkäufer Whatnot als wichtigsten oder bevorzugten Kanal (Business Punk, 19.05.2026). S
  • Kip Roland aus den USA verkauft Retouren großer Händler live auf Whatnot; erster Stream: 150 Artikel in unter zwei Stunden, ohne Follower (eBiz Facts, 15.07.2026). S

Was musst du rechtlich beim Verkauf eigener Ware per Livestream beachten?

Für den Live-Verkauf brauchst du keine Zulassung, du meldest ein Gewerbe an. Käufer haben in der Regel ein Widerrufsrecht, und du brauchst ein Impressum.

  • Gewerbe anmelden, bevor die erste Show läuft.
  • Widerrufsrecht beachten, auch bei Online-Auktionen.
  • Impressum bereithalten im Verkäuferprofil.
  • Meldung der Plattformen kennen: ab 30 Verkäufen oder 2.000 Euro im Jahr.
Die Details mit Paragrafen und Fristen

Gewerbe: Wer ein stehendes Gewerbe beginnt, muss es anzeigen (§ 14 GewO). A Für Gebrauchtwaren wie Unterhaltungselektronik, Schmuck oder Fahrräder gelten strengere Regeln (§ 38 Abs. 1 Nr. 1 GewO). A

Widerruf: Verbraucher haben bei Fernabsatzverträgen ein Widerrufsrecht (§ 312g Abs. 1 BGB); die Ausnahme für Versteigerungen setzt voraus, dass sie persönlich anwesend sein können (§ 312g Abs. 2 Nr. 10 BGB). A Ob deine Live-Auktion darunterfällt, musst du gegebenenfalls mit einem Anwalt abklären.

Impressum: Wer digitale Dienste geschäftsmäßig und in der Regel gegen Entgelt anbietet, nennt Name, Anschrift und Kontaktwege leicht erkennbar (§ 5 Abs. 1 DDG). A

Steuern und Meldungen: Freigestellt von Plattform-Meldungen sind nur Verkäufer mit weniger als 30 Verkäufen und weniger als 2.000 Euro (§ 4 Abs. 5 Nr. 4 PStTG); Kleinunternehmer bleiben bis 25.000 Euro Vorjahresumsatz ohne Umsatzsteuer (§ 19 Abs. 1 UStG). A

Österreich und Schweiz: Dort gelten eigene Regeln für Gewerbe und Steuern, und nicht jede Plattform ist verfügbar; den aktuellen Stand musst du gegebenenfalls zum Start abklären.

Keine Rechtsberatung: Lass Verträge und Pflichten einmal fachlich prüfen.

Für wen passt der Verkauf eigener Ware per Livestream und für wen nicht?

Er passt zum pragmatischen Macher, der Ware günstig auftreibt und abends verpackt, und zum charismatischen Creator, der stundenlang vor der Kamera unterhalten kann.

Lass es, wenn

  • du nicht mehrere Abende pro Woche live sein kannst,
  • du keinen Platz für Ware und Versand hast,
  • dich ein Verkauf unter Einkaufspreis aus der Ruhe bringt.

Welche Fragen stellen Menschen am häufigsten zum Verkauf eigener Ware per Livestream?

Was kostet das Verkaufen auf Whatnot?

Laut einem Bericht nimmt Whatnot 6,67 Prozent Provision ohne Umsatzsteuer (OnlineMarketing.de, 23.01.2025). S Die aktuellen Sätze musst du gegebenenfalls zum Start bei der Plattform prüfen.

Braucht man Follower, um live zu verkaufen?

Nicht unbedingt. Kip Roland und Clinton Benninghoff starteten nach eigener Angabe ohne Follower; bei Benninghoff sahen in der ersten Show 65 Menschen zu (eBiz Facts, 15.07.2026). S

Gibt es bei Live-Auktionen ein Widerrufsrecht?

In der Regel ja, denn die Ausnahme für Versteigerungen setzt voraus, dass Käufer persönlich anwesend sein können (§ 312g Abs. 2 Nr. 10 BGB). A

Welche Geschäftsideen ähneln dem Verkauf eigener Ware per Livestream?

Simon Hubert, Gründer von x8
Über den Autor

Simon Hubert

Gründer von x8, Agenturgründer seit 2011

Simon Hubert hat 2011 seine erste Digitalagentur gegründet und betreut seitdem Websites, Sichtbarkeit und Abläufe für kleine und mittlere Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er hält einen Master in Business Informatics der Universität Mannheim und ist seit über 20 Jahren in Digitalisierung und IT unterwegs, mehrere Jahre davon in Großkonzernen. Mit x8 prüft er Geschäftsideen so, wie er es für sich selbst tun würde: mit belastbaren Zahlen, nachvollziehbaren Quellen und einer Rechnung, die du Schritt für Schritt selbst nachprüfen kannst.

Woher stammen die Zahlen auf dieser Seite?

Jede Zahl trägt ein Kennzeichen. Fährst du mit der Maus darüber, steht die Herkunft im Klartext. Was ich selbst gerechnet oder eingeschätzt habe, ist immer mit E markiert und im Text begründet.

A amtlich: Destatis, KfW-Register, Gesetzestexte, Gerichtsentscheidungen T Transaktionsdaten: Verkaufsplattformen wie Flippa, Empire Flippers oder Acquire.com, Zahlungsanbieter wie Stripe oder Steady S Selbstauskunft oder Befragung: Angaben von Anbietern, Interviews, Presse über Finanzierungen, KfW- und DIHK-Befragungen M Schätzung Dritter: Modellrechnungen und Prognosen von Instituten, etwa das IfM Bonn zur Nachfolge D Messung Dritter: Werkzeuge wie Ahrefs, Similarweb oder Profound E eigene Berechnung oder Einschätzung von Simon Hubert, Rechenweg und Annahmen stehen im Text
Quellen und Prüfstand: alle Angaben geprüft am 1. November 2026
  1. eBiz Facts: Pastor Sold 2M Dollars of Golf Gear Live (Clinton Benninghoff), aktualisiert 15.07.2026, gelesen am 01.11.2026. ebizfacts.com
  2. eBiz Facts: 170 Dollars/Hr Flipping Liquidation Pallets on Live Streams (Kip Roland), aktualisiert 15.07.2026, gelesen am 01.11.2026. ebizfacts.com
  3. eBiz Facts: 100K Dollars a Month Selling Streetwear From Her Bedroom (Maddie, Tilt), aktualisiert 18.09.2026, gelesen am 01.11.2026. ebizfacts.com
  4. Fortune: How is Gen Z making 260,000 Dollars per month? Livestream auction app Tilt, 01.08.2026, gelesen am 01.11.2026. fortune.com
  5. Entrepreneur: This Refugee Founder Created a Platform That Helps People Be Their Own Boss (Tilt), 28.07.2026, gelesen am 01.11.2026. entrepreneur.com
  6. OnlineMarketing.de: Whatnot, Livestream-Shopping erklärt, 23.01.2025, gelesen am 01.11.2026. onlinemarketing.de
  7. Business Punk: Live, laut, lukrativ, wie Live-Shopping wie auf Whatnot den E-Commerce verändert, 19.05.2026, gelesen am 01.11.2026. business-punk.com
  8. Horizont: Auktionen, Sofort-Kauf, Interaktion, eBay startet Live-Shopping in Deutschland, gelesen am 01.11.2026. horizont.net
  9. Schwäbische Zeitung (dpa): Wie erfolgreich ist der Tiktok-Shop?, 24.03.2026, gelesen am 01.11.2026. schwaebische.de
  10. Onlinehändler News (Händlerbund): Live-Shopping-Wachstum, TikTok Shop verdoppelt Händlerumsätze, 24.03.2026, gelesen am 01.11.2026. ohn.haendlerbund.de
  11. Destatis: 59 % der Bevölkerung zwischen 16 und 74 Jahren nutzen aktiv soziale Medien, Pressemitteilung N014, 02.03.2026, gelesen am 01.11.2026. destatis.de
  12. Die Medienanstalten: Zulassung, gelesen am 01.11.2026. die-medienanstalten.de
  13. eBay.de: Gebühren für gewerbliche Verkäufer, gelesen am 01.11.2026. ebay.de
  14. gewerbeanmeldung.de: Gewerbe anmelden, welche Kosten fallen an?, 08.06.2026. gewerbeanmeldung.de
  15. Gesetzestext: § 312g Bürgerliches Gesetzbuch, gelesen am 01.11.2026. gesetze-im-internet.de
  16. Gesetzestext: § 5 Digitale-Dienste-Gesetz, gelesen am 01.11.2026. gesetze-im-internet.de
  17. Gesetzestext: § 4 Plattformen-Steuertransparenzgesetz, gelesen am 01.11.2026. gesetze-im-internet.de
  18. Gesetzestext: § 38 Gewerbeordnung, gelesen am 01.11.2026. gesetze-im-internet.de
  19. Gesetzestext: § 19 Umsatzsteuergesetz, gelesen am 01.11.2026. gesetze-im-internet.de
  20. Destatis: Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2025, gelesen am 22.10.2026. destatis.de

Änderungsprotokoll: 1. November 2026 Erstfassung.