x8-Steckbrief

Produktideen an Unternehmen lizenzieren: bis zu 1.000 € im Monat mit Lizenzgebühren je verkauftem Stück

bis 1.000 € Umsatz im Monat nach einem Jahr Eab 300 € Startkapital6 bis 12 Monate bis zum ersten Euro6 bis 10 Std. pro Woche5 % übliche Lizenzgebühr (Key)

Buchstaben hinter Zahlen zeigen die Herkunft: A amtlich · S Selbstauskunft · E meine Einschätzung. Alle Kennzeichen erklärt.

Lesezeit 11 MinutenVon Simon Hubert, Gründer von x8Stand

Samstagvormittag in einer Garage bei Kassel: Ein Mann klebt einen Haken aus dem 3D-Drucker an einen Putzeimer, damit der Wischmopp nicht mehr umkippt.

Hier setzt dieses Geschäftsmodell an: Du entwickelst die Idee, ein Hersteller baut, vertreibt und verkauft sie und zahlt dir je Stück eine Lizenzgebühr. Üblich sind laut dem Lizenzgeber Stephen Key rund 5 Prozent vom Großhandelspreis. S

Spannend ist ein Widerspruch: Key prüft eine Idee für etwa 200 Dollar S, einer seiner Schüler steckte 6.000 Dollar in ein Patent und verdiente dann 6.000 Dollar im Jahr. S Warum der Weg zum Hersteller wichtiger ist als das Patent, liest du hier.

Kurz gesagt: Bei dem Geschäftsmodell „Produktideen an Unternehmen lizenzieren“ entwickelst du Verbesserungen für Alltagsprodukte, Verpackungen oder Spiele und bietest sie Herstellern an, ohne selbst zu produzieren. Verdienen kannst du an einer Lizenzgebühr je verkauftem Stück, die der Hersteller meist vierteljährlich zahlt; bis zum ersten Geld vergehen oft viele Monate.

Was bedeutet es, Produktideen an Unternehmen zu lizenzieren, und wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Produktideen an Unternehmen zu lizenzieren heißt, eine eigene Erfindung an einen Hersteller zu „vermieten“, der Herstellung, Marketing und Vertrieb übernimmt. Du bekommst dafür eine Lizenzgebühr, also einen Anteil je verkauftem Stück, und behältst die Rechte an der Idee.

Du verkaufst kein Produkt, sondern einen Nutzen. Am Anfang stehen meist eine Skizze, ein Muster und ein Sell Sheet, also ein einseitiges Verkaufsblatt. Die Gebühr wird meist vierteljährlich als Prozentsatz vom Großhandelspreis gezahlt (Tim Ferriss im Interview mit Stephen Key, 26.11.2007). S

Lohnend sind kleine Verbesserungen in Bereichen mit hohen Stückzahlen. E Nischen-Ideen als meine Einschätzung E: eine Dosierskala auf Futtereimern für Reitställe und ein tropffreier Abfülleinsatz für Imker. Dazu eine Türhalterung für Therapiebänder in Physiopraxen, ein Verschluss für Nachfüllbeutel von Drogerie-Eigenmarken und ein Spielmechanismus für Familienspiele.

Ablauf: Aus einem Alltagsproblem entsteht deine Idee. Du lieferst Skizze und Muster, ein Verkaufsblatt und eine Schutzrechtsanmeldung. Ergebnis ist ein Lizenzvertrag mit einem Hersteller, der verkauft, oder eine Absage, aus der du lernst. Die Gebühr kommt je Quartal. So läuft eine Lizenz 💡 🔧 Problem im Alltag Deine Idee Skizze und Muster Verkaufsblatt Schutzrecht angemeldet Lizenzvertrag Absage mit Hinweisen Gebühr je Quartal Herstellen und verkaufen muss der Lizenznehmer, nicht du.
Du lieferst die Idee und den Nutzen, der Hersteller den Rest.

Welchen Umsatz kannst du mit lizenzierten Produktideen realistisch erreichen?

Pro Stück bleiben dir meist einige Cent bis wenige Euro. Bei 20 Euro Ladenpreis, rund 10 Euro Großhandelspreis und 5 Prozent sind das etwa 0,50 Euro. E Der wichtigste Hebel ist die Stückzahl.

Als Ziel nach dem ersten Jahr rechne ich mit bis zu 1.000 Euro Umsatz im Monat E, und auch nur, wenn eine Idee schon im Handel ist. Mehr geht realistisch erst mit mehreren Lizenzen über einige Jahre. E Was Schutz und Begleitung kosten:

Preisskala: Ein Gebrauchsmuster kostet beim DPMA elektronisch 30 Euro, eine Patentanmeldung 40 Euro, der Prüfungsantrag ohne vorherige Recherche 350 Euro (DPMA, gelesen am 01.11.2026). Das Coaching von inventRight kostet 3.495 Dollar, das Programm mit Ansprache von Firmen 6.999 Dollar (inventRight, gelesen am 01.11.2026), umgerechnet mit dem EZB-Kurs vom 30.10.2026. Was Schutz und Hilfe kosten 0 € 1.750 € 3.500 € 5.250 € 7.000 € Gebrauchsmuster30 € · elektronisch Patentanmeldung40 € · elektronisch Prüfungsantrag350 € · DPMA inventRight Coaching3.495 $ ≈ 3.128 € inventRight Gateway6.999 $ ≈ 6.265 € Dein Ziel: Hersteller zahlt den Schutz Quellen: DPMA, inventRight, EZB
Die Ämter sind günstig, teuer werden Anwälte und Programme.

Die Sätze reichen nach Keys Erfahrung von 0,0001 bis 25 Prozent; bei Konsumgütern sind 5 Prozent am häufigsten (Tim Ferriss, 27.11.2007). S Bei 0,50 Euro je Stück braucht es 2.000 verkaufte Stücke im Monat für 1.000 Euro. E

Eigene Berechnung von Simon Hubert: Ein lizenziertes Produkt verkauft sich 20.000 Mal im Jahr, bei 0,50 Euro Lizenzgebühr je Stück sind das rund 833 Euro im Monat. Schutzrechte, Muster und Verkaufsblätter kosten rund 60 Euro im Monat, Messe und Fahrten rund 100 Euro. Es bleiben etwa 670 Euro vor Steuern. Rechenweg pro Monat, eine Lizenz 833 € Lizenzgebühren minus 60 € Schutzrechte, Muster minus 100 € Messe, Fahrten ≈ 670 € bleiben vor Steuern Eigene Berechnung (Simon Hubert), Annahme 20.000 Stück im Jahr zu 0,50 € Gebühr
Ohne Stückzahl beim Hersteller bleibt die Rechnung bei null.

Das heißt für dich: Du verdienst nicht an der Idee, sondern an der Stückzahl, die ein Hersteller daraus macht.

Welche Fähigkeiten solltest du initial lernen, um erfolgreich Produktideen an Unternehmen lizenzieren zu können?

Am wichtigsten ist ein Gespür für kleine Verbesserungen mit klarem Nutzen. Verkaufsblätter, Recherche und Skizzen lernst du schnell, vieles davon übernimmt die KI.

Balken = so wichtig ist die Fähigkeit für den Erfolgbraucht Erfahrungschnell lernbar
Probleme im Alltag erkennen100 %
Kleine Ärgernisse einer Branche sehen (KI sammelt Bewertungen, urteilen musst du). Lernzeit: Monate
Hersteller ansprechen90 %
Den richtigen Produktmanager anrufen (KI recherchiert Firmen). Lernzeit: Monate
Verkaufsblatt gestalten70 %
Ein Satz Nutzen, drei Punkte, ein Bild (KI entwirft, du prüfst). Lernzeit: wenige Tage
Schutzrechte verstehen60 %
Gebrauchsmuster, Patent, Geheimhaltung (KI erklärt, ein Anwalt prüft). Lernzeit: wenige Wochen
Recherche nach ähnlichen Ideen (das macht die KI)40 %
Patente und Shops durchsuchen (KI sucht, du entscheidest). Lernzeit: wenige Tage

Meine Einschätzung E: 100 % hieße, ohne diese Fähigkeit geht es nicht.

Welche Eckdaten hat das Lizenzieren von Produktideen an Unternehmen?

Datenbox
Klasse und ModelltypNone · Digitale Produkte und Vorlagen
ThemenfeldGlaube, Sinn und Persönlichkeit
Startkapitalbis 500 Euro E
Zeit bis zum ersten Euro6 bis 12 Monate, oft länger E
Wochenstunden6 bis 10, gut neben dem Beruf E
Zulassungshürdefrei, siehe Abschnitt Recht
Reichweite nötig2 von 5: wenige Hersteller reichen
Passiv-Grad4 von 5: Gebühren laufen nach dem Vertrag
Umsatzklasseunter 1.000 Euro im Monat nach einem Jahr E
Wettbewerbmittel
KI-Hebel3 von 5
Sinn-Faktor3 von 5
Passt zu den GründertypenVielbegabter Synthesizer
Wirtschaftszweig (WZ 2025)74.11.1 Industrie- und Produktdesign. E WZ 2025 ist die amtliche Klassifikation der Wirtschaftszweige (Destatis), nach der dein Gewerbe eingeordnet wird.

Datenlücke: Übliche Lizenzsätze für freie Erfinder in Deutschland habe ich nicht gefunden; die 5 Prozent stammen aus den USA. Wie viele freie Erfinder Lizenzgebühren erhalten, habe ich ebenfalls nicht gefunden.

Was kostet der Start und wie viel Zeit brauchst du?

Der Start kostet meist unter 500 Euro für Muster, Verkaufsblatt und eine Anmeldung beim Patentamt. Am besten rechnet man mit sechs bis zehn Wochenstunden und sechs bis zwölf Monaten bis zur ersten Gebühr.

BausteinWas es kostet
Gebrauchsmuster beim DPMA30 Euro elektronisch (DPMA, gelesen am 01.11.2026) A
Patentanmeldung beim DPMA40 Euro elektronisch, Prüfungsantrag 350 Euro (DPMA, gelesen am 01.11.2026) A
Jahresgebühr Patent70 Euro im dritten, 100 Euro im fünften Jahr (DPMA, gelesen am 01.11.2026) A
Erstberatung zu Schutzrechtenkostenlos, bis zu 30 Minuten (DPMA, Stand 12.08.2026) A

Wie startest du das Lizenzieren von Produktideen Schritt für Schritt?

Du startest mit einer Branche, die du kennst, und einem kleinen Ärgernis darin. Der erste Schritt: zehn Hersteller dieser Branche heraussuchen und ihre Produktlinien ansehen.

  1. Nische festlegen. Eine Branche mit hohen Stückzahlen und wenig neuen Ideen, etwa Verpackung oder Haushalt.
  2. Idee prüfen. In Patentdatenbanken und Shops suchen, ob es die Lösung schon gibt.
  3. Rechtliches vorbereiten. Die vier Punkte aus dem Abschnitt Recht: Schutzrecht anmelden, vorher nichts veröffentlichen, Arbeitgeber klären, Vertrag mit Mindestabnahme.
  4. Verkaufsblatt bauen. Eine Seite mit Bild, einem Satz zum Nutzen und drei Punkten.
  5. Hersteller anrufen. Den Produktmanager der passenden Produktlinie fragen; ohne Interesse nach drei Monaten die Idee loslassen.
  6. Vertrag verhandeln. Prozentsatz, Mindestabnahme und Rückfall der Rechte schriftlich festhalten.

Wie findest du die ersten Lizenznehmer für deine Produktideen?

Am schnellsten über Hersteller, deren Produkte du kennst und deren Schwächen du siehst. Produktmanager kaufen keine Erfindung, sondern einen Vorteil im Regal (Stichwort: Pain Fokus, also Fokus auf den Schmerz des Kunden).

Laut DPMA (Stand 12.08.2026) stammten 2024 nur 4,5 Prozent der deutschen Patentanmeldungen von freien Erfinderinnen und Erfindern, in sonstigen Gebieten 15 Prozent. Insgesamt gingen 2025 beim DPMA 62.050 Anmeldungen ein. 4,5 % Anteil freier Erfinder an Patentanmeldungen 2024 In sonstigen Gebieten: 15 %. 2025: 62.050 Anmeldungen. DPMA, Stand 12.08.2026 und 24.02.2026
Firmen melden fast alles an, freie Erfinder sind eine kleine Gruppe.

Gute Wege zu Herstellern sind Fachmessen, Anrufe bei Produktmanagern und Erfinderklubs. Das DPMA nennt die Erfindermesse iENA in Nürnberg, 2026 vom 31. Oktober bis 2. November, sowie Makler für Schutzrechte. A Key rät, beim Marketing der Produktlinie anzurufen, nicht beim Einkauf (Tim Ferriss, 27.11.2007). S

Welche Tools und KI-Werkzeuge helfen beim Lizenzieren von Produktideen?

Unverzichtbar ist ein überzeugendes Verkaufsblatt. Ziel ist es, Recherche und Entwürfe mit KI zu beschleunigen und die Zeit in Gespräche mit Herstellern zu stecken.

RechercheDEPATISnet des DPMA und Google Patents für ähnliche Erfindungen
Musterein 3D-Drucker oder ein Dienstleister für einfache Prototypen
KI-AssistentClaude oder ähnliche Modelle für Verkaufsblatt, Firmenliste und Gesprächsvorbereitung
BilderAdobe Firefly und Co. für Produktbilder, alternativ ein Freelancer

Key rechnet für das erste Prüfen einer Idee mit rund 200 Dollar, davon 100 Dollar für eine vorläufige US-Patentanmeldung (Tim Ferriss, 27.11.2007). S

Welche Risiken hat das Lizenzieren von Produktideen an Unternehmen?

Das größte Risiko: Du steckst Monate in Ideen, die kein Hersteller will. Dagegen hilft, früh mit Herstellern zu sprechen und Ideen ohne Interesse schnell aufzugeben.

Teurer Schutz ohne Ertrag

Ein Schüler von Key gab rund 6.000 Dollar für ein Patent aus und bekam 6.000 Dollar Lizenzgebühr im Jahr (Tim Ferriss, 27.11.2007). S
Gegenmittel: erst Interesse prüfen, dann teure Schutzrechte.

Neuheit verspielt

Wer die Idee vor der Anmeldung veröffentlicht, gefährdet den Schutz; beim Gebrauchsmuster gibt es nur sechs Monate Schonfrist (§ 3 Abs. 1 GebrMG). A
Gegenmittel: erst anmelden, dann zeigen.

Hersteller verkauft zu wenig

Ohne Mindestabnahme kann eine Lizenz ruhen (Tim Ferriss, 26.11.2007). S
Gegenmittel: Mindestmengen und Rückfall der Rechte vereinbaren.

Teure Vermittler

Programme zur Vermarktung kosten schnell mehrere Tausend Dollar, etwa 6.999 Dollar bei inventRight (gelesen am 01.11.2026). S
Gegenmittel: kostenlose Erstberatung des DPMA und Erfinderklubs nutzen.
Ergebnisstreuung5 von 5: viele Ideen bringen nichts, wenige sehr viel
Regulatorik2 von 5
Inhaberabhängigkeit2 von 5, der Vertrag läuft auch ohne dich
Wiederkehrender Umsatzhoch, solange der Hersteller verkauft (meine Einschätzung)
KI-Expositionplus 1: Recherche und Entwürfe werden schneller
Kanalabhängigkeit3 von 4

Fortbestand: Von Gründungen mit Startkapital bis zu 5.000 Euro sind nach fünf Jahren 54 Prozent aktiv (KfW-Gründungsmonitor 2025). S 2025 gab es 69 Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen (Destatis, 13.03.2026). A

Praxisbeispiel: Wie Stephen Key seine Ideen an Disney, Nestlé und Coca-Cola vermietet

Im Interview mit Tim Ferriss erzählt Stephen Key, wie er Ideen an Hersteller lizenziert. Laut eBiz Facts brachten ihm Kugelschreiber für Disney 10.000 Dollar, ein Michael-Jordan-Wandball 100.000 Dollar und sein drehbares Etikett Spinformation 200.000 Dollar je Quartal. S

So kam er auf die Geschäftsidee
Key arbeitete nach eigener Erzählung am Design des Teddybären Teddy Ruxpin mit und sah, wie dessen Erfinder eine Million Dollar Lizenzgebühren im Monat bekam. S
So fing es an
Er verbesserte bestehende Produkte und testete Ideen zuerst auf Kunstmärkten und Festen. Oft genügt ihm eine einseitige Zeichnung.
So gewinnt er Lizenznehmer
Er ruft den Marketingverantwortlichen einer bestimmten Produktlinie an, nie den Einkauf. Sein Satz für das Etikett lautete sinngemäß: eine neue Etikett-Idee mit 75 Prozent mehr Platz auf der Verpackung.
Diese Werkzeuge nutzt er
Eine vorläufige US-Patentanmeldung für 100 Dollar und ein Verkaufsblatt für höchstens 80 Dollar; Muster erst, wenn ein Hersteller Interesse zeigt. S
So schnell ist er gewachsen
Ein Vertrag dauert bei ihm laut Ferriss selten länger als drei Wochen. Den Wandball lizenzierte er fast über Nacht und bekam zehn Jahre lang Gebühren. Später gründete er mit Andrew Krauss die Schule inventRight.
Sein Rat
Früh Hersteller anrufen, den Nutzen verkaufen statt das Patent und eine Mindestabnahme vereinbaren. Spielzeug meidet er, Verpackung mit hohen Stückzahlen bevorzugt er.
Was du daraus mitnimmst
In Deutschland ersetzt ein Gebrauchsmuster für 30 Euro die vorläufige US-Anmeldung, der Anruf beim Produktmanager funktioniert genauso. E Die Zahlen sind Selbstauskünfte und nicht unabhängig geprüft.

Zur Quellenlage: Die Quellenlage ist dünn: Die Umsatzzahlen stehen nur bei eBiz Facts (aktualisiert 24.03.2025), ohne Zeitraum und ohne Originalbeleg. Die Interviews mit Tim Ferriss sind von 2007, und Key verkauft mit inventRight Coaching für mehrere Tausend Dollar, seine Angaben dienen also auch der Werbung.

Quellen: Tim Ferriss: Interview mit Stephen Key, Teil I, 26.11.2007, gelesen am 01.11.2026. tim.blog; Tim Ferriss: Interview mit Stephen Key, Teil II, 27.11.2007, gelesen am 01.11.2026. tim.blog; Inc.: Stephen Key, Why Licensing Products Is the Ultimate Side Hustle, 21.04.2017, gelesen am 01.11.2026. inc.com; eBiz Facts: He Earns $800K Per Year From 1 Licensed Idea, aktualisiert am 24.03.2025, gelesen am 01.11.2026. ebizfacts.com

Welche Beispiele für lizenzierte Produktideen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Das stärkste Beispiel im deutschsprachigen Raum kommt aus der Spielebranche: Zahntechnikermeister Klaus Teuber lizenzierte „Die Siedler von Catan“ 1995 an Kosmos, nachdem zwei Verlage abgelehnt hatten (Wikipedia, gelesen am 01.11.2026). Seit 2002 hält die Catan GmbH der Familie die Lizenzrechte.

Spieleautoren arbeiten genau so: Der Verlag produziert und zahlt einen vereinbarten Prozentsatz vom Nettoumsatz (Spiele-Autoren-Zunft, 29.02.2024). S Weitere Fälle:

  • Inka und Markus Brand aus Gummersbach haben seit 2006 über 40 Spiele veröffentlicht, darunter „Exit“ bei Kosmos, Kennerspiel des Jahres 2017; Markus Brand führt nebenher eine Versicherungsagentur (Wikipedia, gelesen am 01.11.2026).
  • Keanu Alfaro lizenzierte laut inventRight in vier Jahren über 60 Ideen rund um Messer an zehn Firmen (inventRight, gelesen am 01.11.2026). S Mehr zu Stephen Key steht im Praxisbeispiel.

Was musst du rechtlich beim Lizenzieren von Produktideen beachten?

Für das Lizenzieren brauchst du keine Zulassung. Entscheidend sind ein rechtzeitig angemeldetes Schutzrecht und ein sauberer Lizenzvertrag.

  • Erst anmelden, dann zeigen: Schutzrecht vor Messe und Social Media.
  • Arbeitgeber klären: Ideen aus dem Job können ihm zustehen.
  • Vertrag mit Mindestabnahme: Prozentsatz, Mengen und Rückfall der Rechte festhalten.
  • Steuern klären: Die Einordnung der Gebühren besprichst du mit dem Steuerberater.
Die Details mit Paragrafen und Fristen

Gebrauchsmuster und Schonfrist: Eine eigene Beschreibung bis sechs Monate vor der Anmeldung bleibt beim Gebrauchsmuster außer Betracht (§ 3 Abs. 1 GebrMG). A Für Patente gilt das nicht.

Lizenzbereitschaft: Erklärst du dem DPMA schriftlich, dass jeder die Erfindung gegen angemessene Vergütung nutzen darf, ermäßigen sich die danach fälligen Jahresgebühren auf die Hälfte (§ 23 Abs. 1 PatG). A

Erfindungen im Arbeitsverhältnis: Diensterfindungen sind Erfindungen, die aus deiner Tätigkeit im Betrieb entstehen oder maßgeblich auf dessen Erfahrungen beruhen; alle anderen sind freie Erfindungen (§ 4 ArbnErfG). A

Österreich und Schweiz: Dort meldest du beim Österreichischen Patentamt beziehungsweise beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum an; den aktuellen Stand der Gebühren musst du gegebenenfalls zum Start abklären.

Keine Rechtsberatung: Lass Verträge und Pflichten einmal fachlich prüfen.

Für wen passt das Lizenzieren von Produktideen und für wen nicht?

Es passt zum vielbegabten Synthesizer, der Wissen aus mehreren Branchen verknüpft, zum pragmatischen Macher, der schnell Muster baut, und zum detailverliebten Fachexperten, der die Schwächen von Produkten in seinem Fach kennt.

Lass es, wenn

  • du nicht mit Absagen von Herstellern umgehen kannst,
  • du mit den Einnahmen in den nächsten zwölf Monaten fest rechnen musst,
  • du lieber selbst produzieren und verkaufen willst.

Welche Fragen stellen Menschen am häufigsten zum Lizenzieren von Produktideen?

Wie viel Prozent Lizenzgebühr bekommt ein Erfinder?

Nach Stephen Key sind bei Konsumgütern 5 Prozent vom Großhandelspreis am häufigsten (Tim Ferriss, 27.11.2007). S Eine deutsche Übersicht habe ich nicht gefunden.

Brauche ich ein Patent, um eine Idee zu lizenzieren?

Nicht zwingend, Hersteller reagieren laut Key auf den Nutzen (Inc., 21.04.2017). S Ein Gebrauchsmuster kostet beim DPMA elektronisch 30 Euro (gelesen am 01.11.2026). A

Wo bekomme ich als Erfinder kostenlose Beratung?

Das DPMA nennt kostenlose Erstberatungen von bis zu 30 Minuten durch erfahrene Anwälte, dazu Patentinformationszentren und Erfinderklubs (DPMA, Stand 12.08.2026). A

Welche Geschäftsideen ähneln dem Lizenzieren von Produktideen an Unternehmen?

Simon Hubert, Gründer von x8
Über den Autor

Simon Hubert

Gründer von x8, Agenturgründer seit 2011

Simon Hubert hat 2011 seine erste Digitalagentur gegründet und betreut seitdem Websites, Sichtbarkeit und Abläufe für kleine und mittlere Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er hält einen Master in Business Informatics der Universität Mannheim und ist seit über 20 Jahren in Digitalisierung und IT unterwegs, mehrere Jahre davon in Großkonzernen. Mit x8 prüft er Geschäftsideen so, wie er es für sich selbst tun würde: mit belastbaren Zahlen, nachvollziehbaren Quellen und einer Rechnung, die du Schritt für Schritt selbst nachprüfen kannst.

Woher stammen die Zahlen auf dieser Seite?

Jede Zahl trägt ein Kennzeichen. Fährst du mit der Maus darüber, steht die Herkunft im Klartext. Was ich selbst gerechnet oder eingeschätzt habe, ist immer mit E markiert und im Text begründet.

A amtlich: Destatis, KfW-Register, Gesetzestexte, Gerichtsentscheidungen T Transaktionsdaten: Verkaufsplattformen wie Flippa, Empire Flippers oder Acquire.com, Zahlungsanbieter wie Stripe oder Steady S Selbstauskunft oder Befragung: Angaben von Anbietern, Interviews, Presse über Finanzierungen, KfW- und DIHK-Befragungen M Schätzung Dritter: Modellrechnungen und Prognosen von Instituten, etwa das IfM Bonn zur Nachfolge D Messung Dritter: Werkzeuge wie Ahrefs, Similarweb oder Profound E eigene Berechnung oder Einschätzung von Simon Hubert, Rechenweg und Annahmen stehen im Text
Quellen und Prüfstand: alle Angaben geprüft am 2. November 2026
  1. eBiz Facts: He Earns $800K Per Year From 1 Licensed Idea (Stephen Key), aktualisiert am 24.03.2025, gelesen am 01.11.2026. ebizfacts.com
  2. Tim Ferriss: A Beginner’s Guide: How to Rent Your Ideas to Fortune 500 Companies (Interview mit Stephen Key), 26.11.2007. tim.blog
  3. Tim Ferriss: How to Rent Your Ideas to Fortune 500 Companies, Part II, 27.11.2007. tim.blog
  4. Inc.: Stephen Key, Why Licensing Products Is the Ultimate Side Hustle, 21.04.2017. inc.com
  5. inventRight: Programme, Preise und Erfolgsbeispiele, gelesen am 01.11.2026. inventright.com
  6. DPMA: Gebühren für Patente, gelesen am 01.11.2026. dpma.de
  7. DPMA: Gebühren für Gebrauchsmuster, gelesen am 01.11.2026. dpma.de
  8. DPMA: Freie Erfinderinnen und Erfinder, Stand 12.08.2026, gelesen am 01.11.2026. dpma.de
  9. DPMA: Statistiken Patente, Stand 24.02.2026, gelesen am 01.11.2026. dpma.de
  10. Gesetzestext: § 23 Patentgesetz, gelesen am 01.11.2026. gesetze-im-internet.de
  11. Gesetzestext: § 3 Gebrauchsmustergesetz, gelesen am 01.11.2026. gesetze-im-internet.de
  12. Gesetzestext: § 4 Arbeitnehmererfindungsgesetz, gelesen am 01.11.2026. gesetze-im-internet.de
  13. Spiele-Autoren-Zunft: License fees for game authors, fairness and transparency instead of a black box, 29.02.2024. spieleautorenzunft.de
  14. Spiele-Autoren-Zunft: Model license agreement, gelesen am 01.11.2026. spieleautorenzunft.de
  15. Wikipedia: Klaus Teuber, gelesen am 01.11.2026. de.wikipedia.org
  16. Wikipedia: Inka und Markus Brand, gelesen am 01.11.2026. de.wikipedia.org
  17. iENA: Internationale Fachmesse Ideen, Erfindungen, Neuheiten, Termin 2026, gelesen am 01.11.2026. iena.de
  18. Europäische Zentralbank: Euro-Referenzkurse, Kurs vom 30.10.2026, gelesen am 01.11.2026. ecb.europa.eu

Änderungsprotokoll: 2. November 2026 Erstfassung.